Anwaltskosten für Untätigkeitsklage

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wiezke
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Anwaltskosten für Untätigkeitsklage

Ungelesener Beitragvon wiezke » 29.11.2018, 23:20

Moin und Hallo (an die südlich Wohnenden),

bitte erzählt mir mal, wie Eure Erfahrungen sind:
ich hab den Anwalt gebeten, Pkh- Antrag (Einkünfte sind Eu-Rente + Sozialhilfe) und den Entwurf der Untätigkeitsklage dazu einzureichen. Nun hat mir der Anwalt mitgeteilt, daß er dafür in jedem Fall vorher von mir bezahlt werden will.
Das ist vermutlich legitim, ich bin trotzdem sauer, denn die Sache ist ohne Fachanwalt nicht zu wuppen. Dieser war unter den befragten Anwälten noch der günstigste, für bisher ca drei Stunden Arbeit nahm er Beratungshilfe plus 1200 eus, alle anderen haben schon für Erstgespräch 500 verlangt. Einige haben gleich abgelehnt.

Rechtswahrnehmungsgleichheit gibts nur mit Anwalt... hab iwie das Bedürfnis, ein Loch in die Tischkante zu knabbern vor Zorn!

Grüße von Wiezke

Heinrich
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Re: Anwaltskosten für Untätigkeitsklage

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 30.11.2018, 06:24

Hallo Wiezke,

viel kann ich nicht dazu sagen, außer:

viele oder sogar die meisten Anwälte sind wohl in erster Linie auf Kohle aus.

Zudem habe ich schon mehrfach in Foren gelesen, daß Anwälte in solchen Situationen 'Vorauskasse' von ihren Mandanten verlangen, die dann hinterher mit der PKH verrechnet wird.

Vielleicht macht es Sinn, Dir in diesem Zusammenhang eine kostenpflichtige Mitgliedschaft in einem Sozialverband vorzuschlagen: VdK oder SoVD. Kosten m.W.n. ca. 6 € im Monat und damit vermutlich deutlicher weniger als der gegenwärtige Anwalt.

Du kannst ja mal bei diesen beiden Verbänden anrufen und Deine Angelegenheit schildern.

H.
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Re: Anwaltskosten für Untätigkeitsklage

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 30.11.2018, 07:43

Moin, Moin wiezke,

verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Ich habe noch nie etwas bezahlt. Ich gehe zu einem Anwalt, bespreche mit ihm den Arbeitsumfang, in Deinem Fall Sachverhalt kurz erklären - Meinung einholen - PKH Antrag stellen lassen und nach Genehmigung Klage fertigen.

So entstehen Dir keine Kosten.

LG Rolf
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wiezke
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Re: Anwaltskosten für Untätigkeitsklage

Ungelesener Beitragvon wiezke » 30.11.2018, 09:20

Moin,

die Sache hat nichts mit Sozialleistungsträgern zu tun, insofern hilft Sozialverbd nicht.
Fachanwälte in diesem Themenbereich verlangen durchschnittlich 300 eus die Stunde, da reicht die Beratungskostenhilfe ja nicht mal, um die Akte zu lesen.
Pkh Antrag und Klageentwurf gibt es nur gegen Zahlung. Und weil es eilt, muß ich in den sauren Apfel beißen, grrr.
Wenn das kein Einzelfall ist, muß es wohl auf politischer Ebene angesprochen werden. Nicht jeder hat die Möglichkeit, sich was zu leihen.

Danke Euch! Grüße von Wiezke

Heinrich
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Re: Anwaltskosten für Untätigkeitsklage

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 30.11.2018, 09:58

Hallo wiezke,

"Untätigkeitsklage" klang für mich nach einer sozialleistungsbezogenen Angelegenheit. Wenn Deine Sache mit Sozialrecht nichts zu tun hat, bist Du in diesem Forum m.M.n. falsch.

Darüber zu diskutieren, daß Anwälte - und nicht nur Anwälte - gerne die dicke Kohle einsacken, finde ich müßig.

H.
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wiezke
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Re: Anwaltskosten für Untätigkeitsklage

Ungelesener Beitragvon wiezke » 30.11.2018, 11:06

Heinrich,

die Frage ist, wie komme ich, obwohl Sozialhilfeempfänger, zu meinem Recht.

"Rechtswahrnehmungsgleichheit" habe ich so verstanden, daß sie generell für alle Rechtsbereiche gilt, nicht nur für Streitigkeiten mit Sozialleistungsträgern.

In meinem Fall gehts um Amtsmißbrauch und zunächst darum, daß ich seit einem Jahr auf den Widerspruchsbescheid warte.
Es gab etliche ähnliche Fälle, im Landeshaushalt stehen mehrere Mio für Entschädigung Betroffener bereit. Die meisten davon scheinen die nötigen Mittel zu haben, sich durchzuklagen.

Gruß Wiezke

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Re: Anwaltskosten für Untätigkeitsklage

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 30.11.2018, 11:21

Hallo wiezke,

wenn Du "Sozi" bist, dann bist Du hier ggf. doch richtig ;)

Du hast also wenig Geld und willst irgendwie zu dem kommen, was Du für Dein Recht hältst. Sorry, wenn ich das so formuliere, aber glauben, im Recht zu sein und tatsächlich im Recht zu sein, sind verschiedene Dinge. Das schreibe ich jetzt mal in völliger Unkenntnis dessen, um was es bei Dir geht.

Ich fürchte, daß Dir hier keiner helfen kann. Für wenig-Patte-auf-Tasche-Habende gibt es Beratungsschein und PKH. Wenn den Anwälten das nicht reicht, wird in einem Forum niemand etwas dagegen tun können. Ist ungefähr so, als wenn jemand, der wenig Zaster hat, einer medizinischen Behandlung bedarf, die die Krankenkasse nicht zahlt.

Das einzige, was mir noch einfällt, wäre, solange herumzutelefonieren, bis Du ggf. einen Anwalt findest, der nicht ganz so geldg*** ist.

H.
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Re: Anwaltskosten für Untätigkeitsklage

Ungelesener Beitragvon wiezke » 30.11.2018, 11:57

Es gibt ja immer mal Gerüchte, daß es Anwälte gäbe, die für Bkh und Pkh arbeiten mit überschaubarer Zuzahlung, daher meine Frage.

Dann gehts weiter: hab mir das Geld geliehen, ergo dürfen eventuelle Erstattungen der Gerichtskasse nicht aufs Konto, sonst werden sie zu "Einkünften" für das Sozialamt.
Was für ein Geeiere!

Danke für Eure Meinung

Gruß Wiezke

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Re: Anwaltskosten für Untätigkeitsklage

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 01.12.2018, 04:59

Hallo wiezke,

wiezke hat geschrieben:hab mir das Geld geliehen, ergo dürfen eventuelle Erstattungen der Gerichtskasse nicht aufs Konto, sonst werden sie zu "Einkünften" für das Sozialamt.

ich habe mit Gerichten nicht viel zu tun und kenne mich dementsprechend mit solchen Sachen nicht gut aus. Allerdings halte ich Deine Sichtweise für unbegründet, da Du ja von "Erstattung" sprichst; bei einer Erstattung bekommt man nur Geld zurück und hat keinen geldwerten Vorteil, so daß ich nicht von einer Anrechnung durch das Sozialamt ausgehe. Zudem wirst Du ja nachweisen können, daß Du Dir für entsprechende Zwecke Geld geliehen hast.

H.
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Re: Anwaltskosten für Untätigkeitsklage

Ungelesener Beitragvon wiezke » 03.12.2018, 16:26

Moin Heinrich,

mit "Erstattung" meinte ich, daß die Gegnerin meiner Untätigkeitsklage im Falle ihrer Verurteilung meine Anwalts- und Gerichtskosten tragen muß. Den Anwalt mußte ich ja nun schon bezahlen.
Gelder dafür waren privat geliehen in bar und müssen auf dem Weg auch zurück. Erstattungen vom Amt kommen aber nicht in bar...

Ich hatte mal das Angebot einer Verwandten, eine alte Rechnung von mir zur Vermeidung weiterer Kosten leihweise zu begleichen. Über mein Konto. Da hat das Amt klar gesagt, daß ich das Geld für laufenden Lebensunterhalt verwenden müsse.

So bleibt nur Bares, so ein Risiko geht der gutmütigste Geldgeber nicht ein.

Grüße Wiezke


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