seit fast 3 Monaten kein Geld vom Amt

Aufwendungen für Unterkunft und Heizung, Mehrbedarfe entsprechend § 30 SGB XII sowie die einmaligen Bedarfe; Kranken- und Pflegeversicherung,

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Sven003
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seit fast 3 Monaten kein Geld vom Amt

Ungelesener Beitragvon Sven003 » 22.12.2018, 14:58

Hallo,

ich habe derzeit ein Problem mit dem Amt.
Erstmal zur Sachlage: Gesundheitlich bedingt war ich bis einschließlich Oktober in Sozialhilfe.
Aufgrund eines Antrages vor einem halben Jahr, wo ich zurück in Hartz 4 wollte zwecks Umschulung,
wurde beschlossen, dass ich in die Grundsicherung komme.
Daraufhin habe ich sowohl einen Antrag als auch einen Widerruf gestellt.

Nun das Problem: Seit November habe ich jetzt kein Geld mehr bekommen, sowohl keine Miete, als auch kein Geld zum Leben.
Derzeit rotiere ich bei Bekannten / Verwandten um eine warme Mahlzeit zu bekommen. Die Miete ist auch seit über 2 Monaten nicht mehr bezahlt.
Mahngebühren und die Rechnungen konnte ich bis jetzt noch relativ gut bezahlen, weil ich ein bisschen gespart hatte und den rest geliehen habe, was jedoch mittlerweile auch fast erschöpft ist.

Der Grund am Anfang laut Amt war, die wissen nicht, wer jetzt für mich zuständig ist, wegen dem Widerruf.
Bis die Grundsicherung das OK gegeben hat, die Kosten zu übernehmen, hatte das bis Anfang Dezember gedauert.

Anfang Dezember wurde gesagt, es wird jetzt überwiesen, jedoch bis jetzt noch kein Geld bekommen, Stand 22.12.
Ich habe natürlich jede Woche Angerufen, und jedesmal wurde gesagt, Chefin, die das OK für die Überweißung gibt, ist Krank, Urlaub etc.
Und bei meinem letzten Anruf wurde gesagt, Überwießungszeitraum diesen Monat ist vorbei, sie versucht es, noch diesen Monat zu überweißen, jedoch wird das wahr. nichts mehr.

Dann beginnt der dritte Monat ohne Geld und ich weiß langsam nicht mehr weiter.
Wollte Freitag zum Amtsgericht und mir ein Beratungsschein holen für einen Anwalt, bin mir aber nicht sicher, ob das Übernommen wird, da es ja theoretisch seit Anfang Dezember genemigt wurde.

Villeicht habt ihr ja noch Tipps und wisst villeicht auch, ob das wirklich so ein Aufwand beim Amt ist, das Geld zu Überweißen, oder ob man nur hingehalten wird.

Mit freundlichen Grüßen
Sven

Heinrich
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Re: seit fast 3 Monaten kein Geld vom Amt

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 23.12.2018, 05:49

Sven003 hat geschrieben:Gesundheitlich bedingt war ich bis einschließlich Oktober in Sozialhilfe.
Aufgrund eines Antrages vor einem halben Jahr, wo ich zurück in Hartz 4 wollte zwecks Umschulung,
wurde beschlossen, dass ich in die Grundsicherung komme.
Daraufhin habe ich sowohl einen Antrag als auch einen Widerruf gestellt.

So ganz verstehe ich das alles nicht. Du hast vor einem halben Jahr einen Antrag auf eine Umschulung gestellt und darauf hin wurde beschlossen, daß Du (ggf. wieder) ALG 2 bekommen sollst? Wer hat das beschlossen?

Und was für einen Antrag hast Du daraufhin gestellt und gegen was Widerspruch eingelegt?

Irgendwie habe ich so ein leichtes Gefühl, daß Du Dir selbst einen Bock geschossen hast. Ist aber nur eine Vermutung.

Fakt ist, daß Du ALG 2 bekommst, wenn Du erwerbsfähig bist. Wenn nicht, dann gibt es Sozialhilfe. Über die Erwerbsfähigkeit entscheidet meines Wissens nach ein Amtsarzt.

Die ganzen Versprechungen, die man Dir am Telefon gemacht hat, das Geld zu überweisen, waren nach meiner Einschätzung Hinhaltetaktik.


Sven003 hat geschrieben:Wollte Freitag zum Amtsgericht und mir ein Beratungsschein holen für einen Anwalt, bin mir aber nicht sicher, ob das Übernommen wird, da es ja theoretisch seit Anfang Dezember genemigt wurde.

LIegt Dir ein Bewilligungsbescheid vor seitens der Behörde? Ist eine Zahlung bei Dir eingegangen? Theoretisch genehmigt gibt es nicht. Entweder eine Leistung ist bewilligt oder sie ist es (noch) nicht.

Die Idee mit dem Beratungsschein ist eine sehr gute Idee.


Sven003 hat geschrieben:ob das wirklich so ein Aufwand beim Amt ist, das Geld zu Überweißen, oder ob man nur hingehalten wird.

Vielleicht weiß man im Moment seitens der Behörden tatsächlich nicht, wer für Dich zuständig ist. So positiv will ich jetzt mal denken.

H.
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Herr Larsson
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Re: seit fast 3 Monaten kein Geld vom Amt

Ungelesener Beitragvon Herr Larsson » 23.12.2018, 09:36

So ganz verstehe ich das auch nicht. Wenn du erwerbsfähig bist, dann ist das Jobcenter zuständig. Über eine Erwebsminderung entscheidet immer die Rentenversicherung, denn nur diese ist bindend. Und solange, wie die Rentenversicherung nichts entschieden hat ist weiterhin das Jobcenter zuständig, ob sie wollen oder nicht. Und da ist es auch egal, was dort evtl der ÄD sagt, solange die Rentenversicherung keine Erwerbsminderung festegestellt hat, muss das Jobcenter zahlen.
Wurde eine Erwerbsminderung festgestellt, dann kommt es darauf an, ob diese dauerhaft oder zeitlich begrenzt ist. Ist sie zeitl. begrenzt, dann bekommst du Hilfe zum Lebensunterhalt. Ist sie dauerhaft, dann bekommst du Grundsicherung. Bekommst du volke Erwerbsminderungsrente, aufgrund einer Arbeitsmarktrente, dann wiederum ist weiterhin das Jobcenter zuständig.
Du solltest uns also mal sagen, wie das bei dir ist.

Sven003
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Re: seit fast 3 Monaten kein Geld vom Amt

Ungelesener Beitragvon Sven003 » 23.12.2018, 10:31

Schonmal danke für die ganzen Antworten.
Dann muss ich nochmal ein bisschen weiter ausholen.
In der Realschule ist einiges an Mobbing vorgefallen wodurch ich leider eine Depression und sehr starke Sozialphobie entwickelt habe.
Nach der schulischen Laufbahn bin ich daher in Sozialhilfe reingerutscht.
In der Zeit habe ich dann halt weiter daran gearbeitet meine Probleme auf die Reihe zu bekommen.
Die Sozialhilfe war zeitlich begrenzt.
Vor knapp einem jahr hatte ich einen Termin bei einem Rehaberater der Arbeitsagentur, wo ich gesagt hatte, dass ich wieder soweit wäre in Bezug auf Ausbildung / Umschulung. Danach musste ich zu einem Amtsarzt.
Das anschließende Gespräch bei dem Rehaberater sah dann so aus, dass die mir zu 100% eine Umschulung finanzieren würden, die aber nicht für mich zuständig sind.
Daher sollte ich am besten einen Antrag stellen um wieder in AlG2 reinzukommen.
Das habe ich dann auch gemacht, hatte noch Berichte von Psychologen und Psychater beigelegt und dann über ein halbes Jahr gewartet bis Anfang Oktober die Antwort reinkam, dass ich in Grundsicherung eingestuft wurde.
Die zu dem Zeitpunkt noch zuständige Sachbearbeiterin der Sozialhilfe konnte das auch nicht ganz nachvollziehen, da die Dokumente was anderes aussagten und ich kein Termin oder ähnliches beim Amtsarzt hatte.
Und da wären wir dann bei dem oben geschriebenen.
Ich hatte dann halt sowohl einen Widerspruch bei der Sachbearbeiterin der Sozialhilfe gestellt als auch den Antrag der Grundsicherung gestellt, da Sozialhilfe laut dem Brief ende Oktober ausläuft. Ursprünglich war Sozialhife noch für ein Jahr länger zeitlich begrenzt.
In dem Brief stand auch drin, was Herr Larsson geschrieben hatte: es wurde festgestellt, dass ich vermutlich dauerhaft erwerbsmindernd unter 4h Arbeitsfähig sein werde.

Hoffe ich hab das relativ verständlich geschrieben.
wenn noch was unklar sein sollte, schreibt einfach.

MFG
Sven

Herr Larsson
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Re: seit fast 3 Monaten kein Geld vom Amt

Ungelesener Beitragvon Herr Larsson » 23.12.2018, 10:58

Also wenn dann scheint ja keine Erwerbsminderung festgestellt worden zu sein von der Rentenversicherung. Somit ist das Jobcenter für dich zuständig. Wenn bisher das Sozialamt für dich bezahlt hat, ist das allenfalls nett von Ihnen, rechtens ist es nicht. Wie gesagt, für Erwerbsminderung ist einzig und allein die Feststellung der Rentenversicherung zuständig, auch ganz unabhängig ob es dort einen Anspruch gibt oder nicht, sie ist die oberste und rechtsverbindliche Instanz, das zu entscheiden und für alle bindend.
Natürlich geht das Jobcenter gerne hin, wenn der ÄD sagt nicht erwerbsfähig, den Antragsteller in die Grundsicherung abzuschieben. Manchmal macht das Sozialamt dies mit, aber müssen tun sie nicht.
Ich kann dir nur raten einen Antrag auf Hartz IV beim Jobcenter zu stellen, allerdings gilt der erst ab Antragstellung, das nützt dir für due letzen beiden Monate nichts. Für die vergange Zeit würde ich das Sozialamt in die Pflicht nehmen, die hätten dich aufklären müssen, dass ein Antrag bei Ihnen eigentlich fruchtlos ist. Haben sie aber anscheinend nicht.
Musst dir halt ein dickes Fell zulegen und ggf. anwaltl. Hilfe in Anspruch nehmen, um beim Sozialamt etwas zu erreichen für die letzten 3 Monate. Und für einen Antrag beim Jobcenter nicht abwimmeln lassen, die sind für dich zuständig, da geht es auch nicht ums Wollen, das ist so, da kannst du auch ruhig anführen, dass für eine rechtsverbindl. Erwerbsminderung die Rentenversicherung zuständig ist und wenn sie das nicht wissen, dann müssen auch die sich schlau machen.
Es ist immer wieder ein Unding, wie die Ämter den Mensch zum Ping Pong Ball machen.

Heinrich
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Re: seit fast 3 Monaten kein Geld vom Amt

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 23.12.2018, 11:14

Hallo Sven003,

so, wie sich die Sache für mich liest, warst Du in der zeitlich befristeten Sozialhilfe, wolltest ins Arbeitslosengeld 2 ("Hartz IV") und stattdessen will man Dich in die dauerhafte Sozialhilfe abschieben.

Habe ich das richtig verstanden?

Wenn Ja, kann ich Dir nur raten, Dir einen guten Fachanwalt für Sozialrecht zu nehmen oder eine vergleichbare Rechtsberatung vor Ort aufzusuchen.

Alleine wirst Du gegen diese "Windmühlen" nicht erfolgreich kämpfen können. Das halte ich für aussichtslos.

Viel Erfolg

H.
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Re: seit fast 3 Monaten kein Geld vom Amt

Ungelesener Beitragvon Sven003 » 23.12.2018, 20:29

Dann werd ich wohl Freitag den Gang zum Amtsgericht machen für den Beratungsschein.

Vielen Dank für die Beratung.


MFG
Sven

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Re: seit fast 3 Monaten kein Geld vom Amt

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 24.12.2018, 02:17

Moin, Moin Sven,


Vielleicht solltest Du zuerst einmal Deine Denkmurmel in Betrieb setzen, einen Blick in den Kalender werfen und Dich schon in Vorfreude auf die kommende O B D A C H L O S I G K E I T werfen.3 Monate ohne Mietzahlung = fristlose Kündigung.

Ein Blick auf den Kalender zeigt Dir, dass der 28. ein Freitag ist. Logischerweise wird der früheste Termin anwaltliche Hilfe zu bekommen der 7. Januar sein.

Vielleicht solltest Du andere Lösungen (Zwischenlösungen) für Dein Problem suchen, denn sonst hast Du sehr lange Hunger...........

Liebe Grüße
Rolf
Zuletzt geändert von CuttySark am 24.12.2018, 02:18, insgesamt 1-mal geändert.
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dinoroller
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Re: seit fast 3 Monaten kein Geld vom Amt

Ungelesener Beitragvon dinoroller » 22.08.2019, 22:53

Also von Jugendlicher Zeit Sozialhilfe bezogen, dann für Umschulung entschieden. Das ist dann aber keine Grundsicherung nach SGB XII, sondern Eingliederungshilfe nach SGB IX. Wenn du auch keine Schwerbehinderung anerkannt bekamst, so reicht es aus dass du von Schwerbehinderung durch chronische Erkrankung bedroht bist. Das ist der Grund warum der örtliche Träger der Sozialhilfe zuständig ist, ergo von Anfang an Sozialhilfe, dann Ekngliederungshilfe. Man kann sich manchmal wundern was hier so alles entschieden wird. Kein Antrag auf Eingliederungshilfe gestellt, dann gibt es keine Umschulung (?)! Du verwendest die falschen Begriffe, Umschulung hieße einen erlernten Beruf zu haben, den man nicht mehr ausüben kann. Auch das nennt berufsfördernde Rehabilitation. Du möchtest erstmal einen Beruf erlernen und eine Ausbildung beginnen, da ist in deinem Fall der Sozialhilfeträger zuständig SGB IX! Das ändert aber akut nichts daran, dass Du mittellos bist und die zu beseitigen ist durch Barauszahlung verpflichtend vom Sozialhilfeträger zu leisten. Hier hilft auch kein Antrag beim Sozialgericht, da die kein Geld auszahlen, sondern in bestimmten Fällen eine sofortige Anordnung erlassen.

vierzehnnothelfer
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Re: seit fast 3 Monaten kein Geld vom Amt

Ungelesener Beitragvon vierzehnnothelfer » 26.08.2019, 11:47

das war am 24.12.2018


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