Grundsicherung und Erbe - Schreiben des Sozialamtes richtig?

Aufwendungen für Unterkunft und Heizung, Mehrbedarfe entsprechend § 30 SGB XII sowie die einmaligen Bedarfe; Kranken- und Pflegeversicherung,

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ahnungslos78
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Grundsicherung und Erbe - Schreiben des Sozialamtes richtig?

Ungelesener Beitragvon ahnungslos78 » 22.06.2019, 12:12

Hallo an Alle,

ich habe eine Frage und zwar ist der Sachverhalt bei mir folgender:

Von der Rentenversicherung als vollständig erwerbsunfähig eingestuft seit November 2018 (Dauer 2 Jahre, also bis November 2020) - Rente in Höhe von 223 Euro inkl Krankenversicherung
Aufstockung vom Grundsicherungsamt in Höhe von 612 Euro

Ich hatte schon bei Beginn der Rente Schulden von etwa 5200 Euro auf meiner Kreditkarte gehabt (Meine gesundheitlichen Probleme bestehen seit fast 10 Jahren schon... Immer wieder die Arbeit verloren usw).

Jetzt verstarb im Januar 2019 mein Stiefvater zu dem ich seit Beginn der Krankheit keinen Kontakt mehr hatte. Ich wurde enterbt und habe meinen Pflichtteil halt eingefordert, weil das Amt mich dazu auch aufgefordert hat, nachdem ich nachgefragt habe, ob ich das muss. Ich wollte nichts davon haben!

Der Betrag beträgt 9679 Euro nach Abzug aller Kosten.

Diese habe ich dem Amt auch mitgeteilt und jetzt wurden meine Leistungen aufgehoben. Ich muss davon jetzt 6 Monate leben (Aufteilung pro Monat von 1700 Euro etwa).

Meine Frage ist jetzt:

Darf ich meine Schulden davon bezahlen? Darf ich trotzdem das eine oder andere Teil in meinem Haushalt ersetzen bzw mir auch mal einen Luxus wie neue Hosen oder einen funktionierenden PC kaufen? Ich habe in der Hinsicht praktich garnichts und bin auch seit knapp 10 Jahren komplett isoliert (Bin in Behandlung).

Was ist, wenn das Geld nach z.B. 4 Monaten dann verbraucht ist? Spielt das Schonvermögen in Höhe von 5000 Euro eine Rolle? Oder ist das Erbe komplett Einkommen und die 5000 Euro-Grenze spielen dann auch nach Monaten keine Rolle?

Vielen Dank für eine hilfreiche Antwort. Es ist mir ein wenig peinlich, aber ich habe im richtigen Leben leider niemanden, der mir helfen könnte und ich bin auch ziemlich überfordert mit dem brief des Amtes, weil es mir Angst macht, wenn das Geld nicht ganz reichen sollte.

Liebe Grüße
Stefan

Heinrich
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Re: Grundsicherung und Erbe - Schreiben des Sozialamtes richtig?

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 22.06.2019, 13:48

Hallo "ahnungslos78",

dieses Thema findet sich häufiger in diesem Forum.

Nach meinem Wissen darfst Du das Geld ganz normal "verleben" - nur eben nicht "verprassen". Die gewünschten Anschaffungen darfst Du m.E.n. tätigen.

Wenn Du dann wieder knapp an der Schonvermögensgrenze bist - früh genug wieder Sozialhilfe beantragen.

Ob Du die Schulden von Deinem Vermögen abzahlen "darfst", weiß ich nicht. Ich persönlich würde es tun, denn sonst bleiben sie vermutlich bis zum Lebensende bestehen.

Falls das Sozialamt dann meint, Du hättest das Geld zu schnell ausgegeben, dann hole Dir rechtliche Unterstützung vor Ort. Das wäre zumindest der Weg, den ich gehen würde.

Eventuell empfiehlt sich für Dich auch eine kostenpflichtige Mitgliedschaft in einem Sozialverband (z.B. VdK oder SoVD); einfach mal googlen, ob das für Dich in Frage kommt.

H.
Ich bin La-la-laie, und meine Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung und/oder Einschätzung zur jeweiligen Situation dar, bzw. schildere ich, was ich selbst in der jeweiligen Situation tun würde.

CuttySark
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Re: Grundsicherung und Erbe - Schreiben des Sozialamtes richtig?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 22.06.2019, 20:28

Moin ahnungslos78,

Ich würde Dir folgenden Vorschlag machen, von dem ich glaube, dass Du am meisten profitieren würdest, wenn Du meinem Vorschlag folgtest.

Bitte melde ich im SoVD oder VDK an. Beide Verbände sind gleichwertig,was die Leistungen angeht. Ich würde mich für den entscheiden, der für Dich am besten erreichbar ist. Der Mitgliedsbeitrag beträgt ca. 6 €, da Du aber 223 € eigenes Einkommen hast zahlst Du durch Einkommensanrechnung 0,00 €, weil der Mitgliedsbeitrag dann vom Sozialamt getragen wird. (hier im Forum wird gerade von Heinrich und Ghostwriter mit mir darüber gestritten. Bitte vertraue mir) Lies diesen Link zu einer älteren Sache. Pete123 ist einer von uns. Ihm habe ich geholfen und die Korrespondenz findest Du in den Beiträgen:

https://www.forum-sozialhilfe.de/phpBB3 ... hp?t=27219

Ich schlage Dir diesen Weg vor, weil ich Deine Schulden von 5.200 € nicht bezahlen würde. Außerdem würde ich darauf achten kein Geld zu besitzen, denn dieses Geld ist nicht geschützt und dürfte Zwangs-gepfändet werden. Visa oder Mastercard kassieren zwischen 15 und 20 %, wogegen Du nie ansparen könntest. Die Karte wäre zwar weg und man würde gehen Dich vorgehen, aber einem nackten Mann in die Tasche zu greifen, hat noch niemand geschafft.
Die Pfändungsfreigrenze 2019 für einen Single ist 1.399 € . Also keine Befürchtung.

Ich las gerade in den letzten Tagen von einem 80 Jahre alten Mann, der 10.000 € auf einer Toilette vergaß. Das Geld war weg.......... Deswegen sprich mit den Sozialverbänden, weil es hier unehrenhaft wäre Dir zu raten, was Du tun könntest und Du solltest selbstverständlich ehrlich bleiben, wozu auch immer. Der eine, weil es seine Erziehung nicht zulässt, der andere, weil er nicht in den Himmel kommt. (Das könntest Du aber auch wieder ändern, wenn Du die Beichte ablegst, dann wird Dir alles vergeben.

Liebe Grüße
Rolf
Ich bin Laie.
Die von mir gemachten Äußerungen und Kommentare sowie eigene Beiträge spiegeln nur meine persönliche Meinung wider und stellen auch keine Rechtsberatung dar oder ersetzen eine solche.


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