Pflege eines Angehörigen als Sozialhilfeempfänger

Aufwendungen für Unterkunft und Heizung, Mehrbedarfe entsprechend § 30 SGB XII sowie die einmaligen Bedarfe; Kranken- und Pflegeversicherung,

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nureinname
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Pflege eines Angehörigen als Sozialhilfeempfänger

Ungelesener Beitragvon nureinname » 03.04.2019, 15:31

Hallo liebes Forum.

Ich beziehe seit 2012 Grundsicherung nach dem SGB XII.

Seit Anfang März pflege ich unentgeltlich meinen schwerkranken Vater (Pflegegrad 4).

Nun ergeben sich für mich ein paar Fragestellungen und Probleme und ich wäre wirklich sehr dankbar für Hilfestellung.

1.) Es wird nun Pflegegeld bei der KK meines Vaters für mich, als pflegende Angehörige, beantragt.

2.) Heute bekam ich Post von der KK meines Vaters. Ein Frageboben, da mir evtl. Zahlungen zur Pflegeversicherung, Rentenversicherung/Arbeitslosenversicherung sowie eine Unfallversicherung von Seiten der KK zustehen.

3.) Der Bruder meines Vaters, also mein Onkel, hat eine Vollmacht um mit der KK meines Vaters kommunizieren und seine Belange wahrnehmen zu können, da er selbst das nicht mehr schafft.

Meine für mich dringlichen Fragen wären nun:

- Muss ich dem Sozialamt das Pflegegeld melden bzw. überhaupt die ehrenamtliche Pflege meines Vaters?

- Wie gehe ich mit dem Fragebogen von der KK meines Vaters um, gebe ich da an, dass die Pflegeversicherungsbeiträge bereits vom Sozialamt gezahlt werden? "Wir bitten auch dann um Rückleitung mit entsprechender Anmerkung, wenn die Voraussetzungen für die Rentenversicherungspflicht nicht gegeben sind. Vielen Dank." steht dort. Bin ich überhaupt verpflichtet, auf diese Bitte zu reagieren?

- Ich habe mit meinem Onkel kein gutes Verhältnis. Er, aber auch mein Vater, wissen NICHT dass ich Sozialhilfe erhalte bzw. schon lange aus gesundheitlichen Gründen weg vom Arbeitsmarkt bin. Ich bitte euch nicht darüber zu urteilen, es hat seine Gründe und selbst mein Therapeut riet mir damals davon ab, es der Familie zu sagen. Ich möchte nicht, dass sie davon erfahren.

Kann ich der KK meines Vaters sagen, dass sie diese Information vertraulich behandeln sollen? Mein Onkel sitzt in Italien, eigentlich weit weg vom Schuß, ist aber in stetigem Austausch mit der KK via Email, Post und Telefon.

Danke euch im Voraus
Zuletzt geändert von nureinname am 03.04.2019, 15:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Pflege eines Angehörigen als Sozialhilfeempfänger

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 03.04.2019, 20:18

Moin nureinname,

Du bist aus gesundheitlichen Gründen Im SGB II Bezug, Ergo solltest Du in den SoVD oder VDK eintreten. Mitgliedsbetrag 6 € im Monat, die kostenneutral sind, da Du über eigenes Einkommen (Einkommensanrechnung) verfügst. Dort wird man Dir alles erklären und abwickeln.

Bei Pflegegeldzahlung erfolgt keine Anrechnung im Sozialhilfebezug.

Wenn Du kein Vertrauen zu Vater und Onkel hast frage ich mich, weshalb Du Deinen Vater pflegst? Es wäre zeit Ehrlichkeit in Dein Leben zu bringen. Ich als Vater käme mir verarscht vor.

LG Rolf
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Heinrich
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Re: Pflege eines Angehörigen als Sozialhilfeempfänger

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 03.04.2019, 20:53

Hallo Cutty "Rolf" Sark,

CuttySark hat geschrieben:Es wäre zeit Ehrlichkeit in Dein Leben zu bringen.

Geht's noch niveauloser?

@"nureinname": Du solltest deine Fragen einer Rechtsberatung vor Ort stellen. Z.B. Caritas und/oder Diakonie.

H.
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Re: Pflege eines Angehörigen als Sozialhilfeempfänger

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 03.04.2019, 22:02

Moin Heinrich,

weshalb betrachtest Du Ehrlichkeit als Niveaulosigkeit? Das kann ich nicht nachvollziehen.
Jahrelang seinen Vater und seinen Onkel anzulügen ist niveaulos und durch nichts zu entschuldigen.

Bin nun gespannt, was Du mir entgegnest.

LG Rolf
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Re: Pflege eines Angehörigen als Sozialhilfeempfänger

Ungelesener Beitragvon nureinname » 04.04.2019, 06:57

Das wollte ich eigentlich vermeiden, hier zu erklären, wieso und weshalb. Das würde auch absolut den Rahmen sprengen, da würde ich stundenlang erzählen und ausholen müssen. Fakt ist, dass ich 39 Jahre alt bin und die Beziehung zu meinem Vater überhaupt erst seit ein paar Jahren besteht und warum ich ihn pflege? Weil es laut Ärzten seine letzten Jahre oder sogar Monate sind (Schlaganfall, beginnende Demenz, Herzinsuffizienz, Herzklappenfehler & Dialyse bei nur noch einer kranken Niere) und wir uns die letzte Zeit langsam aneinander angenähert haben, nachdem er ein Leben ohne mich und ich ein Leben ohne ihn geführt hatte. Mehr möchte ich darauf jetzt nicht eingehen. Ehrlichkeit schön und gut, aber alles braucht auch seine Zeit und die passenden Umstände, gerade wenn sehr lange alles ganz schief lief.

Danke für deinen Tipp, Heinrich.
Zuletzt geändert von nureinname am 04.04.2019, 07:10, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Pflege eines Angehörigen als Sozialhilfeempfänger

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 04.04.2019, 07:19

Hallo "nureinname",

Du mußt Dich hier niemandem erklären.

Alles Gute

H.
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Re: Pflege eines Angehörigen als Sozialhilfeempfänger

Ungelesener Beitragvon w12 » 04.04.2019, 08:14

Hallo nureinname

Das Pflegegeld wird zwar nicht angerechnet, es ist aber Einkommen und muss gemeldet werden.

Die KK Prüft, ob bei du unter 30 Stunden arbeitest und/oder ggf. weitere Leistungen zu deiner sozialen Sicherung erbracht werden müssen.
Du bist dann renten- und unfallversichert.
Dein Vater (also dessen Onkel) hat mit deinen Angaben nichts zu tun.

Dennoch wäre es sinnvoll (wenn möglich) zumindest die Gesundheitsfürsorge vor Ort regeln zu lassen.

Gruß
w12

@
Hier muss keiner was erklären.
Vielleicht ist es möglich, sich auf die Fragen zu konzentrieren und die eigenen Moralvorstellungen stecken zu lassen.
Es ist auch möglich, wenn man fachlich nicht helfen kann, mal den Griffel ruhen zu lassen.
Auch persönliche Streitigkeiten müllen ein Forum nur zu.

Gruß
w12
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Re: Pflege eines Angehörigen als Sozialhilfeempfänger

Ungelesener Beitragvon nureinname » 04.04.2019, 08:58

Das hilft mir sehr weiter, dankeschön!

Was meinst du mit "die Gesundheitsfürsorge vor Ort regeln zu lassen"? Die Unfallversicherung, nehme ich an?
Zuletzt geändert von nureinname am 04.04.2019, 09:06, insgesamt 1-mal geändert.

Heinrich
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Re: Pflege eines Angehörigen als Sozialhilfeempfänger

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 04.04.2019, 09:03

Hallo w12,

w12 hat geschrieben:Hier muss keiner was erklären.

eben.


w12 hat geschrieben:Es ist auch möglich, wenn man fachlich nicht helfen kann, mal den Griffel ruhen zu lassen.

absolut meine Meinung. Sollte von diversen Usern berücksichtigt werden.


w12 hat geschrieben:Auch persönliche Streitigkeiten müllen ein Forum nur zu.

Welche Streitigkeiten?

H.
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Re: Pflege eines Angehörigen als Sozialhilfeempfänger

Ungelesener Beitragvon w12 » 04.04.2019, 13:29

Hallo nureinname

Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten.

Von der gesetzlichen Betreuung (Stellung eines Betreuers für verschiedene Aufgabenbereiche, aber auch Teilung der Aufgabenbereiche möglich), Patientenverfügung oder bis hin zu einer Vollmacht (für verschiedene Bereiche bis hin zur Generalvollmacht).

Wenn ihr euch jetzt wieder annähert und ein entsprechendes Vertrauensverhältnis aufgebaut wird, wäre es doch ggf. sinnvoll, Entscheidungen (die manchmal schnell getroffen werden müssen) von einer Person treffen zu lassen, die täglichen Umgang hat und vieles (durch die Nähe) besser einschätzen kann, als jemand der irgendwo im Ausland lebt.

Das ist lediglich ein Gedankenanstoß.

Gruß
w12
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