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Geldüberweisungen von Freund

Verfasst: 11.01.2019, 16:29
von telasi
Ich erhalte wegen einer psychischen Erkrankung Grundsicherung bei Erwerbsminderung.

Im September ist bei einem meiner Freunde der Computer kaputtgegangen. Da ich mich damit besser auskenne hat er mich gebeten, die passenden Ersatzteile zu bestellen. Ausserdem habe ich ihm einige gebrauchte Teile von mir verkauft. Ich bin dann mit dem Bus zu ihm gefahren und habe die Komponenten eingebaut. Er hatte damals kein Geld und hat mir deshalb die Kosten für die Hardware Anfang Oktober per Banküberweisung erstattet, insgesammt 37,97€.

Im November hat er zum Geburtstag Geld geschenkt bekommen und mir von sich aus nochmals 15€ überwiesen. 10€ dafür, dass ich seinen Rechner wieder zum Laufen gebracht habe und ihm auch sonst immer bei seinen Computerproblemen helfe, und die 5€ die ich damals für die Busfahrkarte ausgegeben hatte.

Allerdings sind dem Landratsamt jetzt die beiden Gutschriften auf den Kontoauszügen aufgefallen und ich wurde aufgefordert zu erklären was es damit auf sich hat.

Mit welchen Abzügen habe ich jetzt zu rechnen?

Re: Geldüberweisungen von Freund

Verfasst: 11.01.2019, 16:52
von Pete123
Hallo Telasi,
zur ersten Überweisung:wenn durch eine Rechnung ein Zusammenhang herzustellen ist zwischen dem Hardware Kauf und der Überweisung seh ich keine Probleme,voraus gesetzt beide Beträge sind identisch oder zumindest ein Überweisungsvermerk ist vorhanden.
Zur zweiten Überweisung:Erkläre es genau so wie hier,und dann schau was passiert.

Ich würde sagen das du ohne Abzug davon kommen könntest.Für die Zukunft weißt du ja jetzt Bescheid,Für uns arme Leute gilt:nur Bares ist wahres.

Re: Geldüberweisungen von Freund

Verfasst: 11.01.2019, 17:00
von telasi
Danke für die schnelle Antwort. In den 37€ sind ja auch die gebrauchten Teile die er von mir erhalten hat enthalten, die Rechnung stimmt mit dem Betrag also nicht überein.

Re: Geldüberweisungen von Freund

Verfasst: 11.01.2019, 17:38
von Heinrich
Hallo

genau so wie hier erklären.

Verkauf der gebrauchten Teile ist Vermögensumwandlung.

H,

Re: Geldüberweisungen von Freund

Verfasst: 22.01.2019, 17:13
von telasi
Nochmal Danke für die Antworten.

Ich habe jetzt vom Sozialamt folgende Nachricht erhalten:

"Die von Herrn ... erhaltene 10,00 € für die Entstandsetzung seines Computers ist als Einkommen im Monat November 2018 in der Leistungsberechnung zu berücksichtigen. Somit kam es im Monat November 2018 zu einer Überzahlung der Grundsicherungsleistungen in Höhe von 10,00 €.

Seitens des Landratsamtes ist es vorgesehen die Überzahlung mit den Leistungen für den Monat Februar 2019 zu verrechnen.

Sollten Sie mit dieser Vorgehensweise nicht einverstanden sein, so bitten wir um entsprechende Rückmeldung."

Sollte ich nicht eigentlich 30% von meinem Einkommen behalten dürfen?
Was wäre, wenn man die 10€ nicht als Einkommen, sondern als Schenkung sehen würde?

Re: Geldüberweisungen von Freund

Verfasst: 22.01.2019, 19:44
von Pete123
Manchmal kann ich gar nicht so viel essen wie ich ko..en möchte,diese Korinthenkacker vom Sozialamt :wut:

Ich würde dem Landratsamt mitteilen das du keine Ahnung hast,und auf den geänderten Bewilligungsbescheid wartest um den überprüfen zu lassen und dann ggf. Widerspruch einzulegen.

Re: Geldüberweisungen von Freund

Verfasst: 22.01.2019, 20:12
von CuttySark
Moin, Moin,

ehrlich gesagt tut Ihr mir leid, wenn Ihr Euch Eure Lebensqualität mit so einem Scheiß beeinträchtigt. Abhaken und leben wäre meine Devise. Jeder von uns weiß, dass Kontoüberweisungen für einen Sozialhilfebezieher "tödlich" sind oder sein können.

Deshalb ist oberster Grundsatz: NUR BARES IST WAHRES.

Banküberweisungen nur als Verkauf deklarieren:

1 gebrauchte Bettumrandung Abholung am xxxxxx in zugesicherter Qualität - Preis 100 €

Schon ist das Problem aus der Welt und alle sind zufrieden. Der Verkäufer, weil er 100 € Einnahme hat - der Kunde, weil er seine Leistung hat - der Sachbearbeiter, weil er eine klare Vermögensumwandlung hat und Pete123 muss nicht kotzen. Finde den Geschmack so unangenehm.

Liebe Grüße
Rolf

Re: Geldüberweisungen von Freund

Verfasst: 23.01.2019, 02:46
von Heinrich
Hallo telasi,

telasi hat geschrieben:Sollte ich nicht eigentlich 30% von meinem Einkommen behalten dürfen?

Ja

telasi hat geschrieben:Was wäre, wenn man die 10€ nicht als Einkommen, sondern als Schenkung sehen würde?

Kann man m.M.n. in diesem Fall nicht als Schenkung sehen, da eine Gegenleistung erbracht wurde.

Mich persönlich wundert, daß das SozA wegen 10 € überhaupt Briefe schreibt und Bescheide erläßt, was unverhältnismäßig erscheint.

Aber vielleicht soll es einen erzieherischen Charakter haben ... :grin:

H.

Re: Geldüberweisungen von Freund

Verfasst: 23.01.2019, 14:35
von CuttySark
Moin Heinrich,

<Mich persönlich wundert, daß das SozA wegen 10 € überhaupt Briefe schreibt und Bescheide erläßt, was unverhältnismäßig erscheint> schreibst Du.

Ab welchem Betrag erscheint es Dir denn sinnvoll zu schreiben? Diese Sinnlosigkeit betrifft logischerweise auch die Anfechtungen von Sozialhilfebeziehern.

LG Rolf