Ausübung Minijob in anderer Stadt/ Fahrtkosten

Fragen zu Einkommen und Vermögen (§§ 11, 12 SGB II)

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FrankHa
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Ausübung Minijob in anderer Stadt/ Fahrtkosten

Ungelesener Beitragvon FrankHa » 14.05.2019, 16:31

Guten Tag,
wie sieht das aus, wenn ich bei ALG-II-Bezug und der Ausübung eines Mini-Jobs
in einer anderen Stadt?
Lohnt sich das? Erst dachte ich, dass sich das gar nicht lohnt. Dann hörte ich etwas
von Fahrtkosten, die ich vom Einkommen absetzen kann.
Muß ich eine bestimmte Einkommensgrenze überschreiten, um überhaupt Fahrgeld
vom Amt zu bekommen? Wie wird denn das überhaupt beantragt?

Ich bedanke mich diesmal einmal vorab für "sachdienliche" Hinweise.

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Re: Ausübung Minijob in anderer Stadt/ Fahrtkosten

Ungelesener Beitragvon w12 » 14.05.2019, 19:02

Hallo FrankHa

Bis zu einem Bruttoeinkommen von 400 Euro sind die Fahrtkosten pauschal im Freibetrag von
100 Euro enthalten (§ 11b SGB II).

Über 400 Euro werden auf Nachweis höhere Aufwendungen anerkannt.

Gruß
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Re: Ausübung Minijob in anderer Stadt/ Fahrtkosten

Ungelesener Beitragvon Ghostwriter » 15.05.2019, 07:13

Guten Morgen FrankHa,

grundsätzlich und sachdienlich gilt es für jeden Arbeitnehmer, egal ob jetzt Minijobber, Teilzeit- bzw. Vollzeitarbeiter:

Wenn man einen Job zu Konditionen "XY" annimmt, sollte man auch im Vorfeld mal darüber nachdenken, wie man zur Arbeit kommt und was die Fahrt kostet.

Das JC ist NICHT eine "Eierlegendewollmilchsau", die für Alles und Jedes finanziell einstehen muss.

So "Pi mal Daumen" bleiben dir bei einem 400,- € Job 160,- € über, bzw. bei einem 450,- € = 170,- €. Je nachdem wie hoch die Fahrtkosten (einfache Fahrt in KM - Whg. - Arbeitsstätte x 0,20 €/km), sollte man sich also VORHER Gedanken machen, ob es sich lohnt oder nicht! Wenn der Arbeitgeber dich als Mitarbeiter gewinnen möchte, wäre ggf. auch eine Frage nach Fahrtkosten-Beteiligung angebracht.

Frdl. Gruß Ghostwriter

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Re: Ausübung Minijob in anderer Stadt/ Fahrtkosten

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 15.05.2019, 07:20

Hallo "Ghostwriter",

wie bist Du denn drauf?


Ghostwriter hat geschrieben:Wenn man einen Job zu Konditionen "XY" annimmt, sollte man auch im Vorfeld mal darüber nachdenken, wie man zur Arbeit kommt und was die Fahrt kostet.

genaus das macht "FrankHa" doch.


Ghostwriter hat geschrieben:Das JC ist NICHT eine "Eierlegendewollmilchsau", die für Alles und Jedes finanziell einstehen muss.

behauptet auch niermand. Schlecht gefrühstückt?

H.
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Re: Ausübung Minijob in anderer Stadt/ Fahrtkosten

Ungelesener Beitragvon w12 » 15.05.2019, 08:15

Hallo Ghostwriter

Schon mal das Prinzip Hartz IV verinnerlicht?

Das Argument

sollte man auch im Vorfeld mal darüber nachdenken, wie man zur Arbeit kommt und was die Fahrt kostet.


ist, da es die Sachbearbeiter/Iin zu Lachkrämpfen zwingt, bereits an der Grenze zur Körperverletzung.

Lebt eigentlich "die ostdeutsche Friseuse" noch? :stupid:

Gruß
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Ghostwriter
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Re: Ausübung Minijob in anderer Stadt/ Fahrtkosten

Ungelesener Beitragvon Ghostwriter » 15.05.2019, 12:51

Hallo Heinrich,
hallo w 12,

ich muss mich zwar nicht zwingend rechtfertigen, aber .......

in wie vielen Anfragen liest man, dass sich Arbeitnehmer im Nachhinein erst Gedanken darüber machen, das man auch bei Minijobs tgl. den Weg zur Arbeit hat und dadurch ein Großteil des "sauer verdienten Geldes" aufgefressen wird.

Ich habe immer vorher sowohl Einnahmen (Verdienst) wie auch die Ausgaben (Fahrgeld) gegenübergestellt.

Direkt an W 12 gerichtet:

w12 hat geschrieben:Das Argument

sollte man auch im Vorfeld mal darüber nachdenken, wie man zur Arbeit kommt und was die Fahrt kostet.


ist, da es die Sachbearbeiter/Iin zu Lachkrämpfen zwingt, bereits an der Grenze zur Körperverletzung.

Lebt eigentlich "die ostdeutsche Friseuse" noch?


Was willst du mir damit sagen??? Verstehe das als waschechter, westdeutscher Niederrheiner nicht!

Direkt an Heinrich gerichtet:

Heinrich hat geschrieben:wie bist Du denn drauf?


.....weil ich so etwas lese:

FrankHa hat geschrieben:um überhaupt Fahrgeld vom Amt zu bekommen? Wie wird denn das überhaupt beantragt?


Das JC ist einfach nicht dazu da, schlecht ausgehandelte Lohnverhandlungen aufzubessern!

Gruß Ghostwriter

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Re: Ausübung Minijob in anderer Stadt/ Fahrtkosten

Ungelesener Beitragvon w12 » 15.05.2019, 16:12

Hallo Ghostwriter

Als ALG II Empfänger hast du die angebotene Arbeit anzunehmen.
Ein Abwägen von Fahrzeit oder Fahrkosten ist für diesen Personenkreis nicht erwünscht.

Das als wichtiger Grund beim SachbearbeiterIn vorgetragen, um die Ablehnung einer Arbeitsstelle zu begründen, löst den Lachkrampf aus.
Die Reaktion ist entweder eine Vorladung zur psychologischen Begutachtung oder/und ein Sanktionsbescheid.

Natürlich suchen Menschen nach einer Möglichkeit etwas dazu zuverdienen, auch wenn nur ein Krümel hängen bleibt.

Das Jobcenter ist für die AG die Subventionsstelle.

Wo bekommt der ALG II Empfänger Fahrkosten, sie sind lediglich absetzbar, in Grenzen, die willkürlich gewählt wurden oder warum 400 Euro und nicht die Minijobgrenze?

Die ostdeutsche Friseuse war und ist das Vorbild des deutschen Niedrig Lohners.
Immer früh aufstehen, pünktlich, fleißig, ohne Widerworte und mit dem Lohn, der ihr hingeworfen wird, glücklich und zufrieden, obwohl sie auf Hartz IV Niveau entlohnt wird.
Sie klagt nicht, sie beantragt keine Leistung, eher sucht sie sich noch einen Putz Job.

Gruß
w12
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Re: Ausübung Minijob in anderer Stadt/ Fahrtkosten

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 15.05.2019, 16:27

Moin Ghostwriter,

natürlich sollte jeder Arbeitnehmer sich darüber im Klaren sein, dass Fahrtwege Zeit und Geld kosten, dann ist es auch logisch Einnahmen und Ausgaben gegenüberzustellen. Ist man aber im Leistungsbezug des Jobcenters, hat der sich Bewerbende überhaupt keine Chance, dieses Argument einzusetzen. Da heißt es lediglich: FRISS VOGEL ODER STIRB – Verhandlungsspielraum gibt es nicht, weil sonst sanktioniert wird.

Jeder der eine geringfügige Beschäftigung neben den Almosen des Staates sucht, muss nicht ganz gebacken sein.

<So stehen Ihnen bei Hartz 4 und einem Minijob insgesamt 170 Euro anrechnungsfrei zur Verfügung. Aber nicht nur der Minijob wird bei Hartz-4-Bezug als Einkommen angerechnet. Auch Kindergeld, Mieteinnahmen, Elterngeld, Krankengeld sowie Betreuungsgeld werden u. a. berücksichtigt.>

Wenn man im Leistungsbezug ist, so sollte man alles daransetzen um auf legalem Wege Einnahmen generieren.

Zeit genug hat man als Arbeitsloser. Selbst Politiker mit vollen Terminkalendern fanden Zeit, Geldkoffer von A nach B zu fahren. Lasst uns Sie als Vorbild nehmen.

Liebe Grüße
Rolf
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Re: Ausübung Minijob in anderer Stadt/ Fahrtkosten

Ungelesener Beitragvon Ghostwriter » 15.05.2019, 20:00

Hallo w 12,

in keiner Silbe /Zeile im Erstpost steht, das es sich um einen vom JC vermittelten Minijob handelt.

Der TE hat ganz neutral angefragt .....

FrankHa hat geschrieben:wie sieht das aus, wenn ich bei ALG-II-Bezug und der Ausübung eines Mini-Jobs in einer anderen Stadt? Lohnt sich das?


.....und deswegen habe ich auch ganz neutral einen "sachdienlichen" Hinweis dazu gegeben.

Für mich ist mit dieser Antwort der Post abgearbeitet.

Schönen Abend noch, Ghostwriter

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Re: Ausübung Minijob in anderer Stadt/ Fahrtkosten

Ungelesener Beitragvon w12 » 15.05.2019, 22:53

Hallo Ghostwriter,

Die Frage wurde ja zunächst rechtlich beantwortet.

Das Argument, dass sich jeder Arbeitnehmer vorher über das verbleibende Geld informieren soll, muss aber im Zusammenhang mit ALG II betrachtet werden.

Hier wurden durch den Gesetzgeber bewußt diese Überlegungen verboten.

Gruß
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