Eigentum und Sozialhilfe

Fragen zu den Leistungen für Unterkunft und Heizung (§ 22 SGB II)

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SnOwDeR88
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Eigentum und Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon SnOwDeR88 » 12.04.2019, 10:27

Hallo,

ich bin Eigentümer eines Mehrfamilienhauses mit 5 Wohnungen. Die unterste Wohnung (120 m²) bewohne ich mit meiner Freundin + Kind (11 Monate). Die Elternzeit meiner Madame neigt sich nun dem Ende zu und jetzt wird es interessant.

Sie möchte ab 01.08. eine neue Ausbildung beginnen und soll nun ab Mai sage und schreibe 500,00 € mtl. als Arbeitslosengeld erhalten. Nun war Sie heute zum Amt und hat einen Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach sgb 2 erhalten mit Unterkunft + Heizkosten.
Habe ich irgendeine Möglichkeit noch ein bisschen Geld vom Staat zu erhalten?

Ich bin ganz normaler Arbeitnehmer.

Vielen Dank für eure Hilfe.

Heinrich
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Re: Eigentum und Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 12.04.2019, 11:05

Hallo,

SnOwDeR88 hat geschrieben:Ich bin ganz normaler Arbeitnehmer.

ganz normale Arbeitnehmer besitzen keine Häuser mit 5 WE :mrgreen:


SnOwDeR88 hat geschrieben:und soll nun ab Mai sage und schreibe 500,00 € mtl. als Arbeitslosengeld erhalten.

Aber Spaß beiseite. Da von Leistungen nach SGB 2 die Rede ist, handelt es sich um Arbeitslosengeld 2 und nicht um Arbeitslosengeld.

Die 500 € umfassen vermutlich ihren Regelbedarf und den Regelbedarf für das Kind. Mehr gibbt halt nich. Wenn Du ein "normaler Arbeitnehmer" bist, dann wundert mich, daß Deine "Madame" überhaupt so viel kriegt, da Dein Lohn/Gehalt mit angerechnet wird + alle anderen Einkünfte, die ihr habt - inkl. Mieteinnahmen, sofern die 4 verbleibenden Wohnungen in Deinem Haus entgeltlich vermietet sind.

Rechenbeispiel für Eure sog. Bedarfsgemeinschaft: 2 x 382 € + 245 € für das Kind + Betriebskosten der Wohnung, die mit 120 qm aus sozialrechtlicher Sicht für 3 Personen m.M.n. zu groß ist. Das Ergebnis dieser Rechnung ist Euer sog. gesetzlicher Bedarf. Eure beiden Einkommen/Einnahmen werden gegengerechnet.

SnOwDeR88 hat geschrieben:Habe ich irgendeine Möglichkeit noch ein bisschen Geld vom Staat zu erhalten?

Diese Frage solltest Du an einen guten Steuerberater richten :mrgreen:


Ergänzung: Das Haus stellt m.M.n. Vermögen der Bedarfsgemeinschaft dar. Je nach dem, ob es abbezahlt ist und Dir vollständig gehört, kriegt die "Madame" ggf. (zunächst) gar nichts, sofern Schonvermögensgrenzen überschritten werden.

H.
Zuletzt geändert von Heinrich am 12.04.2019, 11:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eigentum und Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon SnOwDeR88 » 12.04.2019, 11:56

Vielen Dank Heinrich für die ausführliche Antwort.

Was ist denn, nur als Beispiel, wir sind offiziell getrennt. Sie verbleibt mit der Kleinen in der Wohnung und bekommt von mir einen Mietvertrag mit geringer Miete (120 qm Wohnung). Im Gegenzug haben wir privatrechtlich vereinbart, dass ich dafür keinen Unterhalt zahlen muss und Sie auch keine weiteren Ansprüche stellt.
Könnte Sie dann übers Amt einen Mietzuschuss bzw. komplette Übernahme der Mietkosten beantragen? Also, dass das dann auch so durchgeht und genehmigt wird.

Weitere Infos zum Haus: Habe ich über eine Schenkung im Rahmen der Familie bekommen. Alle anderen 4 Wohnungen sind vermietet. Rest-Darlehen läuft noch.

w12
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Re: Eigentum und Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon w12 » 12.04.2019, 12:10

Hallo

Ich denke, dass es sich um ALG I handelt.

Bei einem jetzt gestellten, ergänzenden Antrag, kommt auch der Monsieur ins Spiel.
Mit seinen Frances und mit seinem grande maison, wird er jetzt, so wie früher Mann und Frau, für den fehlenden Lebensanteil sorgen.

Frau bringt doch Anteil 500 Euro + 194 Kindergeld, Betreuung.
Die anderen Dienstleistungen erwähne ich jetzt mal nicht.

Ich bitte um Verständnis, dass ich für deinen weiteren Vorschlag nicht so die richtige Sympathie aufbringen kann.

Ich würde da zu einer anwaltlichen Beratung raten, da der Verzicht auf Unterhalt sittenwidrig ist, insbesondere ein Verzicht auf das Recht des Kindes auf Unterhalt ist rechtswidrig.
Bei der Frau wird zu prüfen sein.

Auch ein Mietvertrag wäre zu prüfen (Scheingeschäft).

Vielleicht nimmt sich Madame auch einen anderen Monsieur, mit weniger Francs, aber mehr Gefühl für sie.
Und, Vater zahlt weiter für das Kind. :mrgreen:

Gruß
w12
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Re: Eigentum und Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon SnOwDeR88 » 12.04.2019, 12:19

Hallo w12,

bei uns ist alles gut ;) Wir versuchen nur auch mal ein bisschen "extra Geld" vom Staat zu kriegen. Das geht aber wahrscheinlich nur wenn ich außen vor bin, oder? Deshalb mein "Beispiel" für die Öffentlichkeit. Ich hoffe Ihr versteht mich.

Wenn Sie mich mit angibt in diesem Antrag, dann zählen auch meine Einnahmen (Lohn/Gehalt, Mieteinnahmen) mit rein?

w12
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Re: Eigentum und Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon w12 » 12.04.2019, 12:24

Hallo SnOwDeR88

Wir versuchen nur auch mal ein bisschen "extra Geld" vom Staat zu kriegen. Das geht aber wahrscheinlich nur wenn ich außen vor bin, oder? Deshalb mein "Beispiel" für die Öffentlichkeit. Ich hoffe Ihr versteht mich.


Nein.

Ich hoffe, dass der Staat sich endlich Geld holt, in dem er die Grundstücksteuer an die Realität anpasst.

Gruß
w12
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Re: Eigentum und Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 12.04.2019, 15:06

Hallo SnOwDeR88,

SnOwDeR88 hat geschrieben:Was ist denn, nur als Beispiel, wir sind offiziell getrennt.

seid Ihr aber nicht, wenn ich Deinen Eingangsbeitrag richtig deute.

Sie muß bzw. Ihr müßt alle Angaben bei der Antragstellung wahrheitsgemäß machen :achtung:

Eine Anleitung zu irgendwelchen illegalen oder zumindest fadenscheinigen Aktivitäten - ohne etwas unterstellen zu wollen - gibt's von mir nicht :naughty:

So, wie sich das bislang für mich liest (Dein 1., 2. und letzter Beitrag), wird sie vermutlich nichts bekommen, da Du mit Deinen Einnahmen bzw. mit Deinem Vermögen für sie einstehen mußt.

Finde ich persönlich absolut richtig so :)

H.

PS: Sorry @Uwe Kruppa für das wiederholte Editieren eines Betrags in den letzten Tagen. Ich hoffe, der Freitachabend ist nicht wieder in Gefahr ...
Zuletzt geändert von Heinrich am 12.04.2019, 15:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eigentum und Sozialhilfe

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 12.04.2019, 19:02

Moin SnOwDeR88,

Du bist aber der Vater des Kindes? Dann musst Du nicht nur für das Kind zahlen, sondern auch 36 Monate lang Unterhalt für die Frau. Darüber hinaus würde das Amt eine Wohnung von 120 qm nicht bezahlen. Die Absprache zwischen der Frau und Dir ist nicht legal und hätte vor keinem Gericht Bestand.

Ich würde mich in jedem Fall mit einem Anwalt in Verbindung setzen, um die Sache zu besprechen.

LG Rolf

Ps: Ich würde der Frau raten das Jugendamt zu kontaktieren und einen Unterhaltstitel zu erwirken, wo der Lohn gepfändet werden kann.
Zuletzt geändert von CuttySark am 12.04.2019, 19:05, insgesamt 1-mal geändert.
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