Mit Freundin zusammen ziehen

Fragen zu den Leistungen für Unterkunft und Heizung (§ 22 SGB II)

Moderator: Regelteam

Ichbines
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Mit Freundin zusammen ziehen

Ungelesener Beitragvon Ichbines » 18.02.2019, 18:35

Guten Tag,

meine Freundin und ich sind momentan etwas verwirrt. Und zwar folgendes. Wir würden gerne zusammen ziehen allerdings sieht es aktuell so aus als würde sie nun bald wieder hartz4 empfangen. Ich hin berufstätig, verdiene aktuell 1800 Euro netto. Habe kein Vermögen Geld auf kante, Lebensversicherung, rister etc. Wir haben nun bei der arge angerufen und uns wurde gesagt sie würden für die halbe Miete aufkommen. Bei einem früheren Telefonat wurde uns jedoch gesagt das dass Amt gar nicht mehr für meine Freundin aufkommen würde. Wir wissen nun nicht was wir glauben sollen. Das Problem an der Sache ist nun das wir beide finanzielle Pflichten haben die noch oben drauf kommen und die Mieten in einer Stadt einfach dumm hoch sind und das alles vorne und hinten nicht passt wenn das Amt nichts zur Miete besteuert. Also zb von 800 Miete die Hälfte übernimmt was schon reichen würde um über die Runden zu kommen. Ich hoffe hier kann jemand eine vll etwas qualifizierte Aussage machen als die, nennen wir sie manchmal offensichtlich verwirrten, Mitarbeiter bei der arge.

Grüße
Tobi

Angela1968
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Re: Mit Freundin zusammen ziehen

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 18.02.2019, 19:03

Hallo,

tja, was hat man Euch denn gesagt bzw. welche Angaben habt ihr gmeacht.

Es gibt nun 2 Möglichkeiten.

Zählt ihr als WG (Wohngemeinschaft) zähslt Du alleine nur zu Deiner BG (Bedarfsgemeinschaft) und Deine Freundin wäre eine BG. Da Du ja 1800 Euro netto hast würdest Du natürlich kein aufstockendes ALG II bekommen. Deine Freundin würde dann die Hälfte der Miete bekommen, da du ja die andere Hälfte tragen kannst und ihren Regelbedarf.

Anders sieht es aus wenn ihr solche Angaben gemacht habt die Euch beim JC gleich zur BG macht. Bei 1800 Euro netto gehe ich davon aus das du dann für Deine Freundin und Dich komplett mit aufkommen musst.

Wie lange war denn Deine Freundin berufstätig. Wäre da (noch) ein Anspruch auf ALG I für sie? Da würde es keine Rolle spielen ob und mit wem sie zusammenlebt.

Angela
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Ichbines
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Re: Mit Freundin zusammen ziehen

Ungelesener Beitragvon Ichbines » 18.02.2019, 19:26

Ich hab genau die Angaben gemacht wie ich sie auch hier beschrieben habe. Deswegen hatte mich gewundert das sie dieses mal meinte Miete würde übernommen und das was ich verdiene wird halt mit ihrem Satz verrechnet. Online hatte ich auch nur das mir der BG gefunden. Hatte auch explizit erwähnt das ich mit meiner Freundin zusammen ziehen möchte. Weißt du vll wie das ist wenn wir zusammen ziehen und sie dann hart 4 bekommt und Hartz 4 beantragt? Sprich. Bekommt sie erstmal hartz4 bis das mit der BG beglaubigt ist oder zahlen die erstmal gar nichts bis die sagen ist okay anscheinend ist das eine WG.

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Re: Mit Freundin zusammen ziehen

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 18.02.2019, 19:30

Hallo,

das hängt davon ab was ihr für Angaben beim JC macht und ob das JC daraus den Willen sieht das ihr dann füreinander aufkommen wollt.

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Heinrich
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Re: Mit Freundin zusammen ziehen

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 19.02.2019, 05:19

Hallo Ichbines,

1. eine ARGE gibt es nicht mehr - die heißt schon seit ein paar Jahren Jobcenter.

2. Anrufe beim Jobcenter könnt Ihr Euch sparen, da tel. Auskünfte für den Allerwertesten sind. Wenn, dann fragt dort schriftlich an.

3. Als sog. Bedarfsgemeinschaft werdet Ihr zusammen 'veranlagt'. D.h. Ihr bekommt die Differenz aus Eurer beider Einkommen und Eurem sog. gesetzlichen Bedarf.

4. Wenn Ihr aktuell noch nicht zusammen wohnt, dann hat Deine Freundin hinsichtlich ALG 2 - Antrag mit Dir nichts zu tun.

5. Falls Ihr auf Kosten des Steuerzahlers zusammenziehen wollt :grin: - was ich jetzt mal vermute - , dann gibt es meines Wissens das erste gemeinsame Jahr als Bedarfsgemeinschaft auf Probe = Ihr werdet nicht zusammen 'veranlagt'.

Bei dieser Lösung ist für mich vorstellbar, daß Deine Freundin ALG 2 bezieht und Du einen Antrag auf Wohngeld stellst.

PS: Solange Deine Freundin einen Leistungsanspruch auf ALG 2 hat = die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen erfüllt, muß das Jobcenter auch für sie "aufkommen".

H.
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Re: Mit Freundin zusammen ziehen

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 19.02.2019, 06:10

Moin, Moin Ichbines,

wenn Du garantiert unglücklich werden willst, dann ziehe mit Deiner Freundin zusammen. Im ersten Jahr musst Du noch nicht zahlen, dann trägt das JC die Hälfte der KdU. Ab dem 2 Jahr zahlst Du alles............. Spätestens da bist Du bedient.

Gehirn einschalten. 2 Wohnungen in einem Haus anmieten - man hat die doppelte Wohnfläche zur Verfügung - und jeder hat sein "Reich" und ideale Rückzugsmöglichkeiten.

Das habe ich mit einigen "Problemfällen" so gemacht. Man hat nur Vorteile 2 Küchen, 2 Bäder, eventuell 2 Balkone oder Gartenteile......... Besuch kann gut untergebracht werden usw.

LG Rolf
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Re: Mit Freundin zusammen ziehen

Ungelesener Beitragvon Ichbines » 19.02.2019, 09:50

Hi Rolf,

den Gedanken hatten wir auch schon aber is einer Großstadt soetwas erst einmal zu finden, und dann noch bezahlbar zu finden ist quasi ein ding der unmöglichkeit.
Aber so wie sich alles liest wird es dann wohl auf eine WG hinauslaufen da die Kosten in einer Großstadt und mit einem "normalen" einfach nicht für 2 zu tragen sind wenn man selbst noch verpflichtungen hat und nicht abends Pfand sammeln möchte -.-. Ist ja hoffentlich auch nicht für lange so.

Cappubär
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Re: Mit Freundin zusammen ziehen

Ungelesener Beitragvon Cappubär » 19.02.2019, 10:36

Wenn du deiner Freundin ein Zimmer untervermietest dann muss das Amt die Kosten übernehmen. Wenn ihr eine Bedarfsgemeinschaft bildet dann wird halt geschaut was du verdienst und welche Kosten ihr habt. Je nachdem bekommt deine Freundin dann Hartz IV oder eben nicht.

Von 800 Euro Miete werden sie aber kaum die Hälfte übernehmen. Hier zahlen sie maximal 330 Euro incl. Nebenkosten.

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Re: Mit Freundin zusammen ziehen

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 19.02.2019, 11:28

Moin Cappubär,

im Grunde genommen ist es doch ein Witz Paare, die nicht verheiratet sind, gemeinsam zu veranlagen. Ich wünschte mir ein einziges Paar, dass dies gerichtlich durchzieht. Er verlangt von Ihr Unterhalt oder sie von ihm. Die Klage würde wegen fehlender Rechtsgrundlage gar nicht erst angenommen. Was das JC/Sozialamt macht, ist doch ein Witz.

LG Rolf
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Re: Mit Freundin zusammen ziehen

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 19.02.2019, 11:59

Moin Ichbines,

das Lustige an der Sache ist, dass der Gesetzgeber eine sehr clevere Haltung an den Tag legt. Das nennt sich "FIKTIVER UNTERHALTSANSPRUCH. Zivilrechtlich ließe sich ein Anspruch nicht durchsetzen, nur über die Fiktive Unterhaltsvermutung. Deshalb würde ich alles daran setzen diese 2 Wohnungen zu finden, so hast Du die Arschkarte gezogen. Wenn es Dir mit 1800 € nicht gelingt Rücklagen zu bilden, wie sollte das mit 1800 € für zwei Personen funktionieren.

Glaube mir eines.......... ich habe m Laufe meines Lebens sehr viele Menschen getroffen, die gemeinsam in eine Wohnung zogen und wieder auseinander Liefern. Setze alles daran diesen Weg zu verfolgen. Eine Wohnung auf Dich und Deine Partnerin wäre völlig idiotisch, wenn Dir Dein Geld lieb ist. Ich habe gerade mit meinem Anwalt telefoniert, um Dein Thema zu erörtern.

LG Rolf
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