Bedarfsgemeinschaft auf Probe?

Fragen zu den Leistungen für Unterkunft und Heizung (§ 22 SGB II)

Moderator: Regelteam

Mohn66
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Re: Bedarfsgemeinschaft auf Probe?

Ungelesener Beitragvon Mohn66 » 19.04.2019, 11:58

Wir haben auch schon überlegt ob er sich eine eigene Wohnung nimmt denn in dem Fall bezahlt das Amt wieder für ihn, aber das kann es ja nicht sein. Wieso muss ich alles für ihn übernehmen ich geh arbeiten und werd dann dafür bestraft, ich seh es so , weil Vorteile habe ich keine.

CuttySark
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Re: Bedarfsgemeinschaft auf Probe?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 19.04.2019, 13:50

Moin Mohn66,

natürlich kann es das nicht sein. Ich wünschte mir Menschen, die vom JC dazu "verurteilt" würden für den Partner zahlen zu müssen, wobei die "Zahlenden" dann die Zahlungen verweigern, denn kein Zivilgericht könnte diese Menschen dazu verurteilen zahlen zu müssen. So ist aber der Gesetzestext zum SGB II und XII verfasst. Mit Rechtsstaatlichkeit hat das in meinen Augen nichts zu tun.

2004 bin ich zusammen mit 80 Mitmenschen in Paderborn auf die Straße gegangen und habe gegen die Gesetzgebung demonstriert. Der Kreis PB hatte damals 297.674 Einwohner, die Arbeitslosenquote Lag bei 10,8 % Im Bundesdurchschnitt = 32.149 Arbeitslose (Die Originalzahlen Kreis PB fand ich leider nicht auf die Schnelle) Unsere Erfolgsquote lag bei 0,249 % - da siehst Du wie groß das Interesse unserer Mitmenschen an der Sozialpolitik ist.

Liebe Grüße
Rolf
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Re: Bedarfsgemeinschaft auf Probe?

Ungelesener Beitragvon Mohn66 » 19.04.2019, 16:31

Das ist schade , aber mittlerweile bekomme ich auch Frust auf das was hier in Deutschland abgeht, man müsste echt mehr auf die Barrikaden gehen und nicht alles hinnehmen

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Re: Bedarfsgemeinschaft auf Probe?

Ungelesener Beitragvon Mohn66 » 19.04.2019, 16:36

Ich möchte hier aber noch was erwähnen mein Freund ist nicht zu faul zu arbeiten sondern er hatte schon ein paar Operationen an der Wirbelsäule und muss zweimal tgl starke Schmerzmittel nehmen . Er hat schon 30 Jahre gearbeitet und hat die frührente eingereicht

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Re: Bedarfsgemeinschaft auf Probe?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 19.04.2019, 18:23

Moin Mohn66,

das genau ist unser Problem. Es wartet der Friseur, die Freundin, Freund, Partner, Arbeitgeber, der Job ist stressig, dann kommen die freizeitlichen Verpflichtungen, was immer es ist und irgendwann ist man alle..... ausgepowert und hat keine Lust sich um den scheiß" zu kümmern. Außerdem kosten Mitgliedschaften in Parteien oder Gewerkschaften noch Geld.

Ich habe es 2003/2004 erlebt. 2003 wurde das Sterbegeld in der Krankenversicherung um 50 % gekürzt, 2004 die restlichen 50 %. Kein Schwein ging auf die Straße. Hätte man gesagt, dass ab dem 01. Januar 2044 alle Berufsanfänger ohne Sterbegeld starten müssten, so wäre das okay. Man nahm aber diese Versicherung den alten Leuten weg, um sofort zu sparen. Betroffen waren meine Eltern 5 Monate vor ihrem Tod.

Ist das Gerechtigkeit?

LG Rolf
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Re: Bedarfsgemeinschaft auf Probe?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 19.04.2019, 18:45

Moin, Moin Mohn66,

es ist unnötig auf diesen Sachverhalt hinzuweisen. Die ganze Geschichte um Arbeitslosigkeit ist medial sehr gut vorbereitet und war es immer schon. Arbeitslose sind faul, unwillig und an Arbeit desinteressiert. Seien wir mal ehrlich, jeder von uns kennt einen solchen Strolch. Aber mehr als 90 % aller Arbeitslosen wird gekündigt, weil in der Regel Betriebe schließen, in die Insolvenz gehen oder Arbeitnehmer "out sourcen".

Mein Nachbar wurde 2012 nach zehn Jahren Betriebszugehörigkeit wegen Arbeitsmangel gekündigt. Er verdiente 9,85 €. Er ging auf meinen Rat zum Anwalt und wurde mit 7000 € abgefunden. Am 1. Dezember 2012 wurde er arbeitslos, am 15. Januar erhielt er die Aufforderung sich bei einer Zeitarbeitsfirma in Pinneberg zu bewerben, was er auch machte. (Ich bereitete ihn auf das Gespräch vor) ihm wurde eine Stelle angeboten für 6,45 € in seiner ehemaligen Firma und an seinem Arbeitsplatz.

Ich will nicht weiter ausholen, wie es weiterging. Ich hatte ihm Arztunterlagen mitgegeben, die belegten, dass er Alkoholiker ist, was er auch ist aber Alkohol spielte während seiner Tätigkeit nie eine Rolle.

Macht Euch Euer Leben so schön, wie es nur möglich ist und zieht dem Staat so viel Geld aus der Tasche, wie es nur möglich ist. Damit meine ich aufgrund unserer bestehenden Gesetze. Beispiel VW 1,5 Milliarden Steuerersparnis im Porsche Übernahme Deal. VW bewundere ich für diese Leistung. Das ist für mich wahre Größe.

LG Rolf
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Re: Bedarfsgemeinschaft auf Probe?

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 20.04.2019, 06:23

Hallo Mohn66,

Mohn66 hat geschrieben:Wieso muss ich alles für ihn übernehmen ich geh arbeiten und werd dann dafür bestraft

es ist schon sehr interessant und zugleich bedauerlich, daß Du das offensichtlich als "Strafe" ansiehst. Es gibt Menschen, die kommen gerne für ihre/n PartnerIn auf. So, wie es in einer funktionierenden Beziehung m.M.n. auch sein sollte.


Mohn66 hat geschrieben:weil Vorteile habe ich keine.

Welche hättest Du denn gerne?


Mohn66 hat geschrieben:mein Freund ist nicht zu faul zu arbeiten

Wo ist das Problem, wenn er es wäre? Grundsätzlich ist jeder Mensch von Natur aus faul und bequem. Alles andere wäre auch dumm.

Aber in Eurer Angelegenheit scheint es wichtiger zu sein, daß Dein Freund arbeitslos ist und nicht, warum er es ist. Das ist m.M.n. ein erwähnenswerter Unterschied.

H.
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Re: Bedarfsgemeinschaft auf Probe?

Ungelesener Beitragvon Mohn66 » 20.04.2019, 07:41

Hallo Heinrich, wenn es ein Problem für mich wäre das er arbeitslos ist , wäre ich nicht mit ihm zusammen ,denn das war er schon als ich ihn kennen gelernt habe.
Und jedes verheiratete Paar hat zumindest steuerliche Vorteile oder seh ich das falsch.
Da ich mein Leben lang immer mein eigenes Geld hatte ob in meiner Ehe oder nur in Beziehungen ist es für mich eine Strafe.
Lg

Heinrich
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Re: Bedarfsgemeinschaft auf Probe?

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 20.04.2019, 09:11

Hallo Mohn66,

Mohn66 hat geschrieben:Da ich mein Leben lang immer mein eigenes Geld hatte

daran wird sich nichts ändern, nur ggf. an den Ausgaben. Wenn die Bedarfsgemeinschaft auf Probe nicht anerkannt wird, dann mußt Du Deinen Partner halt mitfinanzieren.

Finde ich persönlich richtig.

H.
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Re: Bedarfsgemeinschaft auf Probe?

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 20.04.2019, 12:08

Moin, Moin Mohn66,

sei mir nicht böse aber mir gehen gerade die Pferde durch mit unserem Heinrich. Für mich ist die Aussage <es ist schon sehr interessant und zugleich bedauerlich, daß Du das offensichtlich als "Strafe" ansiehst. Es gibt Menschen, die kommen gerne für ihre/n PartnerIn auf. So, wie es in einer funktionierenden Beziehung m.M.n. auch sein sollte.> von ihm gequirlte Scheiße. (Ich entschuldige mich schon vorab für meine Ausdrucksweise) Nur ein geistig sehr Unterbelichteter würde sich Heinrichs Argumentation anschließen. Kein Zivilgericht würde diesen Unterhaltsanspruch außerhalb der Sozialgesetzbücher SGB II und SGB XII umsetzen. Bei Verheirateten ist das etwas völlig anderes, weil das Einkommenssteuergesetz Ehepaaren steuerliche Vorteile bietet. Ich kann mich nur für diese Aussage entschuldigen. Lass Dir bitte so einen Müll nicht aufdrängen.

Ich habe Dir/Euch den Weg beschrieben, wie man handeln kann. Ich würde mich nicht von unserem Staat einvernehmen lassen. Entschuldigt bitte, dass mir meine Nerven gerade durchgegangen sind.

Liebe Grüße
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