Mit 25 ausziehen - Minijob

Fragen zu den Leistungen für Unterkunft und Heizung (§ 22 SGB II)

Moderator: Regelteam

neingenda2010
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Mit 25 ausziehen - Minijob

Ungelesener Beitragvon neingenda2010 » 30.11.2013, 17:18

Abend,
es gibt überall widersprüchliche Artikel zu dem Thema.
Ich habe einen 400 Minijob gefunden (der auch Spaß macht) und würde da gerne einige Zeit bleiben - vielleicht ungefähr 1 Jahr, um Fuß auf den Arbeitsmarkt zu kriegen, da ich einen schweren Unfall hatte und vieles dadurch durcheinander kam und ich bis heute nicht körperlich fit bin. Leider kann ich mit dem Job natürlich keine Wohnung finanzieren, aber ich will ausziehen, da es in letzter Zeit auch nicht besonders rund mit Eltern läuft und sie auch finanziell ziemlich ausgereizt sind (Haus abbezahlen und sonstige Kredite).

Bei der Arge/ Jobcenter war ich das letzte Mal als Arbeit suchend gemeldet. Das war glaube ich vor der Zivizeit. Seitdem war ich da nie. Das heißt, ich kenne mich kaum mit dem Arge/ Jobcenter - System aus.

Ich weiß nur, dass es mit 24 Jahren schwieriger ist auszuziehen, als mit 25.

Vorgestellt habe ich es mir, dass ich kurzfristig Hilfe bekomme für eine eigene kleine Wohnung und ich dann einen besser bezahlten Job suchen werde. Oder wird das direkt abgelehnt und mir gesagt ''Suchen Sie sich einen anderen Job, dann können Sie sich eine Wohnung leisten'' ?

Angela1968
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Re: Mit 25 ausziehen - Minijob

Ungelesener Beitragvon Angela1968 » 30.11.2013, 18:01

Hallo,

mit 25 ist es nicht schwierig beim JC zusagen meine Eltern wollen mich nicht mehr und deshalb möchte ich eine eigene Wohnung haben. Auch wenn Du noch bei den Eltern wohnen würdest müsste Dir das JC die angemessene Miete zahlen.

Angela
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Re: Mit 25 ausziehen - Minijob

Ungelesener Beitragvon wevell » 30.11.2013, 18:24

Hallo,

du benötigst in jedem Fall die Zusicherung des JC, dass die Miete übernommen wird. Die Miete muss angemessen sein.

Gehörst du zum Personenkreis der U25, brauchst du die Zustimmung des JC, dass du dir eine eigene Wohnung anmieten darfst. Ziehst du ohne Zustimmung des JC bei deinen Eltern aus, erhälst du nur den Regelbedarf, also keine Miete, keine Erstausstattung etc. Die Zustimmung wird nur bei wichtigem Grund erteilt ( z.B.: Gewalt im Elternhaus ). Kein wichtiger Grund ist die Aufnahme eines Minjobs.
Es grüsst

wevell

neingenda2010
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Re: Mit 25 ausziehen - Minijob

Ungelesener Beitragvon neingenda2010 » 30.11.2013, 23:54

Ich danke euch

Harry
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Re: Mit 25 ausziehen - Minijob

Ungelesener Beitragvon Harry » 02.12.2013, 11:46

Hi,

ein Minijob befreit einen nicht, sich einen sozialversicherungspflichtigen Job zu suchen.

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ramonos
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Re: Mit 25 ausziehen - Minijob

Ungelesener Beitragvon ramonos » 08.12.2013, 21:21

Harry hat geschrieben:Hi,

ein Minijob befreit einen nicht, sich einen sozialversicherungspflichtigen Job zu suchen.


So sieht es aus! Eventuell hast du die Möglichkeit mehr als 450 zu verdienen, wäre dann netto weniger. Aber du hättest einen Midi-Job! Dann noch klären ob die Miete übernommen werden kann. Bei Einnahmen unter 550 Euro sollte es möglich sein. Da musst du das Gespräch mit den jeweiligen Bearbeiten suchen und die Details mit Ihnen besprechen.

CuttySark

Re: Mit 25 ausziehen - Minijob

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 09.12.2013, 00:19

Moin, Moin meine lieben KlugscheisserFreunde,

schaut am besten doch erst einmal in das BGB § 2.

§ 2
Eintritt der Volljährigkeit
Die Volljährigkeit tritt mit der Vollendung des 18. Lebensjahres ein.


Wenn sich nun junge Menschen durch den Gesetzgeber gängeln lassen, so ist das ihre Sache.
Deine Eltern sollen dich vor die Türe setzen und Schluss aus.
Du wirst sicherlich einen Kampf mit den Behörden führen aber zu verlieren gibt es da nichts.

Nach §2 BGB beginnt die Volljährigkeit mit der Vollendung des 18. Lebensjahrs. Das bedeutet, dass man nun alle Rechte und Pflichten eines Erwachsenen hat und für sein Handeln selbst verantwortlich ist. Alle rechtlichen Beschränkungen, die für Minderjährige gegolten haben, entfallen. Die Eltern sind nun nicht mehr die gesetzlichen Vertreter. Damit endet auch die elterliche Sorge, die Personen- und Vermögenssorge. Und sonst? Hier die wichtigsten Änderungen auf einen Blick:
• Geschäftsfähigkeit
Mit der Vollendung des 18. Lebensjahrs ist man voll geschäftsfähig. Das bedeutet, dass man ab jetzt selbst Miet-, Kauf oder Kreditverträge abschließen darf. Alle sich daraus ergebenden Verpflichten müssen allerdings auch selbst erfüllt werden können. Auch seine Geldgeschäfte kann man jetzt selbst regeln und ein eigenes Konto eröffnen.
• Strafmündigkeit
Als Volljähriger ist man voll strafmündig, d.h. man kann als Erwachsener verurteilt werden. Vor Gericht gilt man allerdings noch bis zum 21. Lebensjahr als Heranwachsender. Das bedeutet, je nach Art und Schwere der Straftat kann das Gericht entscheiden, ob das Jugend- oder das Erwachsenenstrafrecht angewendet wird.
• Schadensersatzpflicht
Für alle angerichteten Schäden ist man nun selbst verantwortlich und kann dafür zivilrechtlich belangt werden. Eine Privathaftpflichtversicherung schützt vor Ansprüchen Dritter (selbstverständlich nicht bei Schäden, die man absichtlich verursacht hat).
• Führerschein
Auch alleine Autofahren darf man erst ab 18. Zwar gibt es inzwischen bundesweit die Möglichkeit mit 17 Jahren den Führerschein zum machen, Autofahren darf man dann aber immer nur in Begleitung eines Erwachsenen.
Übrigens: Für das eigene Auto muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden, sonst wird der Wagen gar nicht erst zugelassen.
• Motorradfahren ist in Deutschland erst ab dem 18. Lebensjahr erlaubt. Der Führerschein der Klasse A gilt zunächst auch nur begrenzt. In den ersten zwei Jahren darf man nur Krafträder mit bis zu 25 KW Leistung fahren. Nach zwei Jahren kann man dann die unbegrenzte Fahrerlaubnis in dieser Klasse beantragen.
• Wahlrecht
Mit der Volljährigkeit erlangt man das aktive und passive Wahlrecht. Von jetzt ab kann man selbst wählen oder auch selbst gewählt werden, z.B. in den Stadtrat, aber auch in den Landtag oder Bundestag.
• Arbeitszeiten
Für Volljährige gelten die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetztes nicht mehr. Ab jetzt darf man mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten. Auch die Arbeit am Wochenende und an Feiertagen, sowie Schicht- und Akkordarbeit sind nun erlaubt.
• Jugendschutz
Wenn man volljährig ist, entfallen alle Beschränkungen durch das Jugendschutzgesetz. Nun kann man abends so lange ausgehen wie man will. Auch der Erwerb oder Konsum von hochprozentigem Alkohol und Tabakwaren ist jetzt erlaubt.
• Heiraten
Sind beide Partner volljährig, ist eine Heirat ohne Zustimmung des Familiengerichts möglich. Ist ein Partner noch minderjährig, muss das Familiengericht der Heirat zustimmen.
• Eigene Wohnung
Volljährige können über ihren Wohnsitz frei bestimmen - also auch von zu Hause ausziehen.



▶ Volker Pispers über die Riester Rente und Wolfgang Clement - HARTZ IV -U25
http://www.youtube.com/watch?v=ChNaK0jnUxg

Tasso
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Re: Mit 25 ausziehen - Minijob

Ungelesener Beitragvon Tasso » 09.12.2013, 00:40

CuttySark hat geschrieben:[b][i]• Eigene Wohnung
Volljährige können über ihren Wohnsitz frei bestimmen - also auch von zu Hause ausziehen


Das ist richtig. Selbstverständlich kannst die Anfragende ihren Wohnsitz frei bestimmen.

*Ich weiß nur, dass es mit 24 Jahren schwieriger ist auszuziehen, als mit 25.*

Auch das ist richtig. Wenn man Arbeitslosengeld 2 bekommen möchte, dann zählt man als unter 25-jähriger Mensch zur Bedarfsgemeinschaft der Eltern. Wenn die (gesamte) Bedarfsgemeinschaft nicht hilfebedürfig ist, dann erhält man als Mitglied der Bedarfsgemeinschaft kein ALG 2.

Mit freundlichen Grüßen
T

neingenda2010
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Re: Mit 25 ausziehen - Minijob

Ungelesener Beitragvon neingenda2010 » 03.01.2014, 00:06

Tasso hat geschrieben:
CuttySark hat geschrieben:[b][i]•

*Ich weiß nur, dass es mit 24 Jahren schwieriger ist auszuziehen, als mit 25.*

Auch das ist richtig. Wenn man Arbeitslosengeld 2 bekommen möchte, dann zählt man als unter 25-jähriger Mensch zur Bedarfsgemeinschaft der Eltern. Wenn die (gesamte) Bedarfsgemeinschaft nicht hilfebedürfig ist, dann erhält man als Mitglied der Bedarfsgemeinschaft kein ALG 2.
T


Lassen wir das mit den 24-Jahren außen vor, da ich eh demnächst 25 werde.
Sowie ich gelesen habe zählt man mit 25 Jahren dann als eigene Bedarfsgemeinschaft und dann kann es dem Jobcenter egal sein, ob die Eltern hilfsbedürftig sind oder nicht (in meinem Fall beide am arbeiten, wobei finanziell stark angespannt durch Kredite und Schulden), oder ?

wevell
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Re: Mit 25 ausziehen - Minijob

Ungelesener Beitragvon wevell » 03.01.2014, 07:47

Hallo,

du darfst dir mit 25 Jahren eine eigene Wohnung suchen und auch anmieten.

Du benötigst vom JC die Zustimmung zur Kostenübernahme. Die Miete muss angemessen sein.


erst nach Zustimmung darf der Mietvertrag unterschrieben werden. Beantragen kannst du ausserdem: Übernahme der Umzugskosten, Kautiondarlehen und Erstausstattung.

Durch deinen Auszug könnte es sein, dass die Miete der Eltern nicht mehr angemessen ist. Diese kann bis zu 6 Monaten weitergezahlt werden, danach nur noch in angemessener Höhe.
Es grüsst

wevell


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