Ü25 brauche ein Rat

Fragen und Antworten zu Hilfen zum Lebensunterhalt in Sonderfällen nach § 34 SGB XII

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natascha
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Ü25 brauche ein Rat

Ungelesener Beitragvon natascha » 24.06.2019, 18:54

Hallo, Leute, danke für die Aufnahme.

Wenn kurz, dann:

Meine beide Töchter werden jetzt 20 und sind zum 1 April 2019 umgezogen. Termine dazu schon seit Februar bei dem Jobcenter gehabt - unzählige. Es gab nur mündlich - ja die m Wohnung passt, hmmm aber ofiziele Erlaubnis zum Umzug bekommt eigentlich keiner der Ü25 Kinder..... Hmm Sonderfall, eher nicht...... alles mündlich. Später schriftlich hieß es - ohne Erlaubnis umgezogen.

Unser Haus wird im Sommer verkauft oder versteigert, außerdem wollen wir nicht mehr zusammen wohnen auch wenn ich später eine andere Wohnung mieten würde. Auch wenn ich weiter arbeite- trotz meinem guten Lohn möchte ich die beiden nicht wieder bei mir haben, sie wollen auch ihren Weg gehen.
Die beide sind in der Qualifizierung und ab dem August Ausbildung suchend.

Irgendwie kann ich fast sagen, die werden nicht ernst genommen beim JC und was wir noch tun können - wissen wir nicht.
Ich bin seit Jahrzehnten nicht von dem Jobcenter abhängig gewesen, ich dachte die greifen meinen Töchter unter die Arme und unterstützen die oder die Idee.......

Meine konkrete Frage - wie kann man die Ü25 Gesetz ausweichen oder umzugehen? Wie können sie die Wohnung doch bezahlt bekommen? Zur Zeit bezahle ich ab April für die die Wohnung 435€ warm, Fahrkarten je 140€, Qualifizierung je 435€, nur gekürzte Hilfe für die Nahrung bekommen sie.

Danke im voraus

Heinrich
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Re: Ü25 brauche ein Rat

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 25.06.2019, 06:03

Hallo "natascha",

natascha hat geschrieben:wie kann man die Ü25 Gesetz ausweichen oder umzugehen?

gar nicht. Sollte man auch nicht.

Eine etwas verworrene Geschichte. Wenn ich richtig verstanden habe, wird das Haus veräußert und die Töchter sind deswegen oder aus anderen Gründen ohne Genehmigung des JC ausgezogen.

Und wenn ich weiterhin richtig vestanden habe, zahlst Du nun deren Lebensunterhalt und deren Miete? Dazu sind die Eltern allerdings auch bis zum Ende der Erstaausbildung verpflichtet.

Da sich für mich jetzt nicht ganz ergibt, wo überhaupt das Problem liegt, würde ich an eine Beratungsstelle (Familien- oder Arbeitslosenberatung) vor Ort verweisen.

Oder hier noch mal etwas genauer schildern, worum es überhaupt geht.

H.
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Re: Ü25 brauche ein Rat

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 25.06.2019, 09:00

Moin natascha,

Du bist verpflichtet Deinen Kindern Unterhalt zu leisten. Wie auch immer Du es anstellst ist und bleibt es Dein Problem oder besser, auch das Problem des Kindsvaters, der zum Unterhalt verpflichtet ist.

<wie kann man die Ü25 Gesetz ausweichen oder umzugehen?> Wenn die Kinder ins Ausland gehen, wenn die Kinder durch Verdienst unabhängig werden, wenn die Eltern den Kindern Ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Liebe Grüße
Rolf
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natascha
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Re: Ü25 brauche ein Rat

Ungelesener Beitragvon natascha » 28.06.2019, 19:19

Hallo, ich danke euch beiden. Der Vater verdient immer bis 1200 - 1300€ netto obwohl er Jahresumsatz 100 000€ hat, ist Händler und es gab noch nie Unterhalt von ihm, obwohl Jugendamt ihm dauernd Briefe schreibt. Es heißt immer, er hat zu wenig Geld und zu kleinen Lohn (welchen er übrigend selbst teils "bestimmen" kann - durch Ver- und Einkäufe). Also meine 4 Kinder unterhalte ich alleine seit 2010, seit der Trennung. Wir hatten diese ganze Zeit keine Sozialhilfe oder Wohngeld, und ich bin überrascht, wie schwer das gerade alles geworden ist.

Das Problem ist, wir wollen nicht mehr zusammen wohnen, aber auch als kleine Vorsichtsmaßnahme sind die Mädchen ausgezogen, weil das Haus im Sommer eher weg ist.
Zu dem Thema, dass beide ohne Genehmigung eingezogen sind - ist nicht ganz richtig, es gab eine mündliche Erlaubnis, aber leider nichts schriftliches, seit Dezember 2018 bis April 2019 waren wir darüber im Gespräch mit dem Jobcenter und es fehlte uns damals nur die Wohnung, wir sollten die Wohnung suchen. Als die Wohnung da war und der Vermieter zugestimmt hat - sollte alles schnell gehen. Aber dazu gab uns der JC der Termin erst 20 Tage später (als der Einzugstermin war) - oder die Wohnung wäre weg, so ob JC extra hingezogen haben - natürlich müssten wir uns schon vorher entscheiden und Mietvertrag unterschreiben.
Ich brauche gar nicht erzählen, wie schwer war die Wohnung überhaupt zu finden und zu bekommen für zwei fast 20 Jährigen mit 2 kleinen Hunde - eigentlich unmöglich.Aber der Vermieter kam uns entgegen und hat uns Chancen gegeben.
Also, ich dachte wir zählen zu den Härtefällen, weil unser Haus versteigert wird und ich bei uns nie eine große Wohnung finde um alle 4 Kinder mitzunehmen, ich nehme 2 Söhne schon mit. Ich werde niemals 6 Zimmer Wohnung finden und bekommen. Ich war sicher, dass wir sogenannter Sonderfall sind (wegen dem Eintragung letztes Jahr im Grundbuch über die Versteigerung).

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Re: Ü25 brauche ein Rat

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 29.06.2019, 03:55

Moin natascha,

blöde Situation, wie Du sie beschreibst. Diesen Lernprozess müssen viele Menschen mitmachen, dass sich mündliche Entscheidungen anders anhören, wie es dann später umgesetzt wird. Die Beweiskraft fehlt dann, es sei denn man hat Zeugen, die dies bekunden können.

Mit 100.000 € kann man annähernd 100.000 € Verdienst generieren, wie beispielsweise ein Maler, der nur Staffel, Leinwand, Farben und Pinsel bezahlen muss und den Rest als Einkommen nutzen kann. Hat man dagegen viele Kostenstellen, dann bleibt manchmal nichts zum Leben über. Natürlich kann ich als Selbstständiger Kosten generieren und es dürfte nahezu unmöglich sein, diese offenzulegen.

Eine blöde Situation für die ich momentan keinen Lösungsansatz habe. Melde mich noch einmal.

Liebe Grüße
Rolf
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Re: Ü25 brauche ein Rat

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 29.06.2019, 08:52

Hallo "natascha",

ich will Dich nicht desillusionieren aber unter "Hartz 4" ist gefühlt fast jede/r ein Sonder- oder ein Härtefall ;-)

Wenn ich richtig verstehe, wurden die ALG 2 - Leistungen nur für die Töchter beantragt und vorher wurde kein ALG 2 bezogen?

Um ALG 2 beziehen zu können, müssen die Töchter dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, und ich weiß nicht, inwieweit sich das mit "Ausbildung suchend" beißt.

Angesichts der geschilderten Gesamtsituation empfiehtl es sich vielleicht, mal mit einem Fachanwalt für Familienrecht zu sprechen. Vielleicht kann der auch Licht ins 'Unterhaltsdunkel' bringen.

H.
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Re: Ü25 brauche ein Rat

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 29.06.2019, 10:46

Moin natascha,

ich wüsste nicht, was du bei einem Fachanwalt für Familienrecht suchen solltest. Du bist unterhaltspflichtig, dein Mann ist unterhaltspflichtig. Dieses wissen hast du auch ohne den Besuch beim Anwalt. wenn bereits das Jugendamt tätig wurde, was den Kindsvater angeht. Ihr Beiden scheint derzeit nicht leistungsfähig zu sein, da kann man hundert Anwälte aufsuchen.

Mir stellt sich die Frage, wo der Lösungsansatz für deine Töchter ist, wie ich schon heute Nacht schrieb. 20 Jahre alt sind die "Mädel", welche Ideen haben Sie, was die Zukunft angeht? Schulabschluss, welcher Art? Ausbildung Lehre oder Studium und wenn ja, welche Fachrichtung?

In einem spätestens 2 Monaten wäre dann die Problematik gelöst.

Liebe Grüße
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Re: Ü25 brauche ein Rat

Ungelesener Beitragvon w12 » 29.06.2019, 13:03

Hallo

Um ALG II zu beziehen muss man zunächst erwerbsfähig sein.

Das ist hier der Fall.

Die Töchter bekommen ja ALG II, nur keinen Mietanteil.

Da muss man mit einem Anwalt gegen angehen.

Auch wenn die Töchter ausbildend suchend sind, dürfen sie arbeiten gehen.
Mit 20 sollte das möglich sein.

Gruß
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Re: Ü25 brauche ein Rat

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 29.06.2019, 14:44

Moin w12,

fragt sich in welcher Höhe Sie ALG II bekommen. Sind es 339 € Strafregelleistung oder 424 €? Bis jetzt sieht es ja so aus, dass die Töchter keine Erlaubnis hatten, sich eine eigene Wohnung zu nehmen. Unterhaltspflichtig wären Vater und Mutter, die aber vermutlich nicht leisten können, wenn das Haus in der Zwangsversteigerung ist.

Wie lange würde es denn dauern bis die Klage verhandelt würde? In meinem Fall waren es 4 Jahre bevor das Verfahren 12/2018 abgeschlossen wurde. Das würde den Frauen nichts bringen.

Liebe Grüße
Rolf
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Re: Ü25 brauche ein Rat

Ungelesener Beitragvon w12 » 29.06.2019, 18:41

Hallo CuttySark

Regelbedarfsstufe 3 (§ 20 SGB II Absatz 3)

Wenn die Miete bisher bezahlt wurde, dann ist der Bedarf doch gedeckt (Unterhaltsleistung) worden.

Gruß
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