Mehrbedarf für Behinderte und Minijob

Aufwendungen für Unterkunft und Heizung, Mehrbedarfe entsprechend § 30 SGB XII sowie die einmaligen Bedarfe; Kranken- und Pflegeversicherung,

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sonne653
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Mehrbedarf für Behinderte und Minijob

Ungelesener Beitragvon sonne653 » 07.06.2019, 10:04

Hallo Zusammen,

hab da mal ein paar Fragen an euch:

Seit dem Sommer des letzten Jahres war ich bis Februar in einer Werkstatt für Behinderte, wo ich mehr oder weniger aus eigenen Stücken das Weite gesucht habe. Seitdem letzten Sommer beziehe ich auch HzL mit einem Mehrbedarf von 35%. Diesen Mehrbedarf bekomme ich auch nach dem Weggang aus der Werkstatt.
Jetzt nun meine Frage: Ist es korrekt, dass ich diesen Mehrbedarf auch weiterhin bekomme, da ich im Internet gelesen habe, das die Voraussetzung ist, das Hilfe zur Eingliederung beziehe, sprich also für die Werkstatt?

Wenn ja, wie würde sich ein Minijob auf diesen Mehrbedarf auswirken?

Und wie wäre das, wenn ich mich schulisch in Vollzeit weiterbilden würde, obwohl ich diese Woche vom Amtsarzt weiter für ein Jahr Erwerbsunfähig geschrieben wurde.

Besten Dank vorab schon :-):
Zuletzt geändert von sonne653 am 07.06.2019, 10:07, insgesamt 1-mal geändert.

w12
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Re: Mehrbedarf für Behinderte und Minijob

Ungelesener Beitragvon w12 » 07.06.2019, 12:18

Hallo sonne653

Das solltest du mit deiner(m) SachbearbeiterIn besprechen.

Nach § 30 SGB XII Absatz 4 kann der Mehrbedarf auch noch für eine Übergangszeit (in der Regel bis zu 3 Monaten) gezahlt werden.

Deine Abmeldung von der Werkstatt ist eine Änderung, die leistungsrelevant ist.
Ich hoffe, dass du das gemeldet hast, ansonsten sofort nachholen.

Gruß
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sonne653
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Re: Mehrbedarf für Behinderte und Minijob

Ungelesener Beitragvon sonne653 » 07.06.2019, 15:00

Hallo w12,

danke dir für deine Antwort. Aber das habe ich schon im Februar getan. Deswegen bin ich ja so irritiert. Aber gut, fällt der dann weg.

Wie sieht das denn aus, wenn ich nun wieder zur Schule gehe und Samstags für 8 Std. jobbe. Wäre das denn in Ordnung?

Gruß

Heinrich
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Re: Mehrbedarf für Behinderte und Minijob

Ungelesener Beitragvon Heinrich » 08.06.2019, 06:31

Hallo "sonne653",

da "Hartz IV" und Sozialhilfe entgegen der Meinung vieler keine Gefängnisse sind, geh' doch einfach zur Schule. Ich wüßte nicht, wer Dir das verbieten sollte. Ein Aufenthaltsbestimmungsrecht hat das SozA nicht ;-)

Samstags für 8 Stunden jobben sollte meiner Einschätzung nach auch in Ordnung sein. Du mußt den Nebenverdienst natürlich melden.

Vielleicht solltest Du mal nachsehen, welche Beratungsangebote für Grundsicherungsempfänger es bei Dir vor Ort gibt. Vielleicht kriegst Du da genauere Informationen Deine individuelle Lebenssituation betreffend.

H.
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Re: Mehrbedarf für Behinderte und Minijob

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 08.06.2019, 11:33

Moin Heinrich,

bitte zuerst überlegen, dann ran an die Tastatur. Du verwendest hier einen völlig falschen Begriff. Das AUFENTHALTSBESTIMMUNG RECHT hat weder das SGB II noch das SGB XII, da es ein Rechtsbegriff des Familienrechts ist. Es beschreibt das Recht der Eltern, u.a. den Wohnsitz ihres (minderjährigen) Kindes zu bestimmen und auch das Recht, bestimmte einfache Entscheidungen im Alltag ohne Rücksprache mit dem anderen Elternteil zu treffen.

Was Du meinst, nennt sich Erreichbarkeit im SGB II. Das ist Knast mit Fußfesseln. Nachlesen kannst Du unter:

https://www.info-also.nomos.de/fileadmi ... _07_01.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Erreichbarkeitsanordnung

Im SGB XII unterliegst Du der Mitwirkungspflicht, wo man kontrolliert, wie Du Dich verhältst. Beispielsweise bei Krankenhausaufenthalten, weil man Dir bei längeren Aufenthalten den Lebensmittelanteil im Regelsatz kürzt oder bei Urlauben über 28 Tage die Sozialhilfe streicht.

https://www.betanet.de/sozialhilfe.html

Aber ansonsten ist alles richtig.

Liebe Grüße
Rolf
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Re: Mehrbedarf für Behinderte und Minijob

Ungelesener Beitragvon Ghostwriter » 08.06.2019, 11:57

Guten Tag,

mmmmh, gerade nochmal den Eröffnungsthread gelesen,

Sonne 653 ist also ein Mensch mit Behinderung, der von einem Amtsarzt für ein weiteres Jahr erwerbsunfähig geschrieben wurde!

Erwerbsunfähig = nicht in der Lage, einer "Arbeit" nachzugehen, nicht 1 Std. nicht 3 Std. nicht Vollzeit!

Und dieser arbeitsunfähige Mensch denkt jetzt über eine schulische Ausbildung (Mo. - Fr.?) nach und über einen Nebenjob Sa. von 8 Std.

Sorry, irgendwie habe ich das Gefühl, das hier etwas widersprüchlich ist, aber ich kann mich natürlich irren!

Gruß GW

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Re: Mehrbedarf für Behinderte und Minijob

Ungelesener Beitragvon CuttySark » 08.06.2019, 17:31

Moin Ghostwriter,

Du hast natürlich völlig recht, wenn Du das schreibst. Es hört sich widersprüchlich an, was es auch sein mag. Es könnte aber ein Traum sein, den sie lebt. Ob dieser Traum Realität werden könnte, kann sie nur herausfinden, wenn sie es macht. Andere denken an Suizid, verkümmern, werden Depressiv oder greifen zu Alkohol und Drogen.

Ich finde die Haltung klasse.

Liebe Grüße
Rolf
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