Grundsicherung bei sehr kleiner Rente

Notwendiger Lebensunterhalt, Regelbedarf, Inhalt der Regelsätze (§§ 27, 28 SGB XII)

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Grundsicherung bei sehr kleiner Rente

Ungelesener Beitragvon Frage » 28.02.2010, 18:35

Hallo,

ich würde mich freuen, wenn jemand die unten stehenden Fragen beantworten könnte, die auf folgendem Fall beruhen:

Eine Rentnerin erhält 140 Euro Rente monatlich, das Amt für Grundsicherung bezahlt 489,99 Euro. Insgesamt erhält die Rentnerin also 629,99 Euro.
Die Rentnerin bewohnt eine 34 Quadratmeterwohnung. Die Kaltmiete beträgt 217 Euro, davon werden vom Amt für Grundsicherung 190 Euro übernommen. Die Nebenkosten betragen 109 Euro wovon das Amt für Grundsicherung 81 Euro übernimmt (45 Euro werden für die Heizung angerechnet).
Die Rentnerin hat also abzüglich aller Kosten insgesamt 303,99 im Monat zur Verfügung, wovon natürlich auch noch der Strom bezahlt werden muss.

Nun meine Fragen:

1. Wieso wird die Kaltmiete nicht komplett übernommen? Es gibt Fälle bei denen 250 Euro Miete bei entsprechender Größe der Wohnung komplett übernommen werden.
Worauf beruhen diese Unterschiede hinsichtlich der Kosten für die Kaltmiete?
Wie errechnet sich eigentlich die Höhe der Mietübernahme? Wird der Mietspiegel der entsprechenden Stadt zugrunde gelegt?

2. Wieso werden „nur“ 45 Euro für die Heizung bezahlt?

3. Welche Nebenkosten werden überhaupt übernommen, was ist bspw. mit dem Wasserverbrauch, gibt es da so eine Art Wasserpauschale?

4. Gibt es eine Möglichkeit noch irgendwo Zuschüsse (zur Miete etc.) zu beantragen? 303,99 abzüglich Strom sind schon wirklich verdammt wenig.
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Re: Grundsicherung bei sehr kleiner Rente

Ungelesener Beitragvon w12 » 01.03.2010, 12:12

Hallo Frage

Leider ist es so, dass fast jeder Landkreis sein eigenes Spiel treibt.

Grundsätzlich ist es wichtig zu wissen, welche Mietgrenzen in dem Ort gelten.

Abgestellt wird entweder auf einen qualifizierten Mietspiegel oder falls nicht vorhanden auf die Wohngeldtabelle.

Die Ämter vergessen, dass durch das BSG einige Entscheidungen, die noch zu Zeiten des BSHG galten, inzwischen nicht mehr aktuell sind.

Als erstes ist die Produkttheorie zu erwähnen.

Das bedeutet, dass eine Wohnung insgesamt in den Grenzen der Angemessenheit liegen muss, also z. B. weniger Qm, dafür aber eine höherer Preis pro Qm möglich.

Das wird hier der Fall sein.

Das nächste ist die Heizung.

Auch hier hat das Gericht klargestellt, dass hier die Angemessenheit der Heizungskosten nicht nach einer Qm-Pauschale zu ermitteln ist, sondern es ist abzustellen auf eine angemessene Wohnung (in der Regel 45 – 50 qm).und wenn die örtlichen Bedingungen nicht ermittelbar sind, dann ist auf der Bundesheizspiegel zu beachten.

Unangemessen sind dir Heizungskosten erst dann, wenn das Produkt aus angemessener Qm-Zahl und Wert “zu hoch“ erreicht wird.

http://lexetius.com/2009,2798

http://www.heizspiegel.de/fileadmin/hei ... it_web.pdf

Unser Landkreis hat sich auch erst nach längerer Zeit dieser Auffassung angeschlossen (müssen).

Andere Zuschüsse (Wohngeld) gibt es nicht.

Gruß
w12
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