Bedarfsgemeinschaft-Haushaltsgemeinschaft

Fragen zu Einkommen und Vermögen (§§ 11, 12 SGB II)

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Bedarfsgemeinschaft-Haushaltsgemeinschaft

Ungelesener Beitragvon famo » 22.08.2011, 17:13

Folgender Sachverhalt:
Mein Mann und ich erhalten zurzeit ALG I. Wenn wir bis zum Ende des Jahres keinen Job finden, müssen wir Hartz IV beantragen. Im Haushalt wohnt noch unser 20 jähriger Sohn, der einen festen Job hat. Sein Einkommen deckt seine Lebenshaltungskosten und er fällt somit aus der Bedarfsgemeinschaft raus. Soweit ist mir alles klar. Wir wären dann, wenn ich das richtig gelesen habe, eine Haushaltsgemeinschaft und mein Sohn müsste uns finanziell unterstützen. Gibt es da einen festen Betrag, wie viel er zum Haushalt beisteuern müsste oder hat er einen festen Freibetrag für sich???
Danke schon mal für eure Hilfe.

Gruß famo
Zuletzt geändert von famo am 22.08.2011, 17:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bedarfsgemeinschaft-Haushaltsgemeinschaft

Ungelesener Beitragvon Harry » 22.08.2011, 21:18

Hi,

Bedarfs- oder Haushaltsgemeinschaft
Für die Hartz 4 Emfänger, die in einer Bedarfsgemeinschaft (BG) leben, wird der Arbeitslosengeld 2 (ALG-II) Anspruch zusammen ermittelt. Dem gesamten Anspruch aller Personen wird das vorhandene Einkommen und Vermögen aller Personen gegenübergestellt. Die Logik lautet: Leistungsanspruch der Bedarfsgemeinschaft minus Einkommen der Bedarfsgemeinschaft ergibt den ALG-II-Zahlbetrag.

Zur Hartz IV-Bedarfsgemeinschaft gehören neben dem Antragsteller im Haushalt lebende Partner (Ehe, eingetragene Lebenspartnerschaften, "eheähnliche" (auch gleichgeschlechtliche Paare), unverheiratete Kinder unter 25 Jahren (auch die des Partners).

Unter 25?
Ist der Antragsteller unter 25 Jahre und unverheiratet, dann zählen auch die Eltern zur BG. Kann ein Kind unter 25 Jahre seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten, dann wird es aus der Rechnung ganz herausgenommen. Das "zuviel" vorhandene Einkommen oder Vermögen des Kindes darf aber nicht bei den Eltern angerechnet werden.

Was ist eine Haushaltsgemeinschaft?
Wenn man mit Verwandten oder Verschwägerten zusammenlebt und gemeinsam wirtschaftet, dann unterstellt die Arbeitsagentur, dass man von diesen finanziell unterstützt wird, soweit es nach deren Einkommen und Vermögen erwartet werden kann.

Wer faktisch keine Unterstützung erhält, kann der Unterstützungsvermutung des Amtes widersprechen. Dies sollte bei Antragsabgabe geschehen, am besten schriftlich!
Zuletzt geändert von Harry am 22.08.2011, 21:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bedarfsgemeinschaft-Haushaltsgemeinschaft

Ungelesener Beitragvon w12 » 23.08.2011, 09:41

Hallo famo

Dein Sohn muss aber seinen anteiligen Mietanteil übernehmen.

Gruß
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Re: Bedarfsgemeinschaft-Haushaltsgemeinschaft

Ungelesener Beitragvon famo » 24.08.2011, 15:43

Danke für die Antworten, wobei ich die erste Antwort bereits abnderweitig gelesen hatte.
Wir zahlen hier keine Miete, wir haben ein Haus. Inwieweit prüft das Amt das nach, ob er sich an den Kosten beteiligt oder nicht?
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Re: Bedarfsgemeinschaft-Haushaltsgemeinschaft

Ungelesener Beitragvon Harry » 25.08.2011, 01:39

Hi,

wenn es keine Mietkosten gibt, braucht er sich auch nicht beteiligen an der Miete.

Aber für Nebenkosten (und Heizung) die du den Amt mitteilst, bekommt ihr nur 2/3 wieder. Das andere 1/3 ist von Sohn zu bezahlen.

Ob er bezahlt oder nicht kann das Amt nicht prüfen. Ihr bekommt weniger und ihr sollt den Fehlbetrag von eueren Sohn wiederholen, macht ihr es nicht ist es ja euer Verlust und stört den Amt nicht.
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Re: Bedarfsgemeinschaft-Haushaltsgemeinschaft

Ungelesener Beitragvon Jogi » 27.10.2011, 10:24

Hab da noch mal eine Frage zu Bedarfsgemeinschaft .

Aus diesem Link lese ich das so.http://www.familienratgeber-nrw.de/index.php?id=1890

Wer zählt zur Bedarfsgemeinschaft?

Der Begriff Bedarfsgemeinschaft ist im Sozialgesetzbuch II (Grundsicherung für Arbeitslose) definiert.

Zu einer Bedarfsgemeinschaft gehören neben dem Arbeit suchenden Hilfebedürftigen, der den Antrag auf Arbeitslosengeld II stellt, alle weiteren erwachsenen und minderjährigen Personen, die überwiegend gemeinsam mit ihm leben und wirtschaften. Das sind Ehepaare und Eltern mit ihren ledigen Kindern bis 25 Jahre, wenn diese sich nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen unterhalten können.

Sind dann nur die gemeint die auch Bezug wie Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe bekommen?
Oder auch die die keine Leistungen beziehen und ihr eigenes Geld verdienen .

Wenn ich bei meinen Eltern wohne und ich aber der einzige bin der Sozialhilfe bekommt ist es dann eine Bedarfsgemeinschaft müssen dann meine
Eltern ihr Vermögen offen legen ?(Verdienstbescheinigung, Kontoauszüge )'?

Denn für mich klingt das so das die ,die sich aus eigenen Einkommen unterhalten können nicht zur Bedarfsgemeinschaft gehören.
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Re: Bedarfsgemeinschaft-Haushaltsgemeinschaft

Ungelesener Beitragvon w12 » 27.10.2011, 17:25

Hallo Jogi

Das ist korrekt.

Sie gehören zur Haushaltsgemeinschaft.

Gruß
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